Farbseparation: Aufteilung von Farbkanälen im Druck
Farbseparation oder Farbtrennung beschreibt die Zerlegung eines farbigen Motivs in seine druckbaren Farbauszüge, wie zum Beispiel CMYK oder Sonderfarben. Dieser Prozess erfolgt als Schritt zwischen der Gestaltung und dem eigentlichen Druck: der Druckvorstufe. Bei CMYK entstehen die Auszüge Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz; Sonderfarben wie Pantone-Farben oder HKS erhalten eigene Auszüge. Die separate Verarbeitung der Farbauszüge im Druck ergibt über- sowie nebeneinander gedruckt ein vollständiges Farbmotiv.
Warum ist Farbseparation notwendig?
Die Farbseparation ist bei vielen Druckverfahren essenziell für die korrekte Darstellung des Motivs und spielt deshalb eine wichtige Rolle im Druckprozess – zum Beispiel im Offsetdruck (Zeitung drucken etc.), im Flexo- und Siebdruck. Die digitalen Bilddaten enthalten oft nicht alle Farbinformationen, die die Drucktechnik erfordert. Um eine optimale Darstellung zu erreichen, ist eine Zerlegung der Farben in einzelne Druckfarben notwendig – meist CMYK. Dies ermöglicht den Druck vollfarbiger Bilder sowie den Einsatz von Sonderfarben.
Wie funktioniert Farbseparation?
Um die Farben zu separieren, wandelt eine Software die Motive, die beispielsweise im RGB-Modus vorliegen, für den jeweiligen Druckprozess in CMYK um und trennt sie in einzelne Farbauszüge. Sonderfarben wie Pantone oder HKS legt sie als eigene Volltonfarben an. Damit die Umrechnung zwischen den Farbräumen optimal funktioniert, legt eine Farbmanagementsoftware mithilfe von Farbprofilen (zum Beispiel ICC-Profilen) die Übersetzung der Farben fest. Für die Umsetzung der Farbseparation dient meist der Raster Image Processor, etwa beim Offset- oder Digitaldruck.
Anwendung und Einsatz
Farbseparation für CMYK

Bei der Farbseparation für CMYK, wie es zum Beispiel beim klassischen Offset- oder Digitaldruck notwendig ist, wird ein Bild in die vier einzelnen Farbanteile zerlegt:
- Cyan
- Magenta
- Yellow
- Key (Schwarz)
Zur Umrechnung der meist im RGB-Modus vorliegenden Farbwerte dient ein entsprechendes ICC-Farbprofil. Die Farben werden übereinander gedruckt. Beim Betrachten mischt unser Auge die winzigen neben- oder übereinanderliegenden Rasterpunkte zu einem farbigen Bild. Dies liegt unter anderem daran, dass CMYK auf der subtraktiven Farbmischung basiert: Die Druckfarben Cyan, Magenta und Gelb absorbieren jeweils bestimmte Anteile des einfallenden Lichts, sodass der verbleibende, reflektierte Lichtanteil die wahrgenommene Farbe bestimmt. Besonders bei sehr leuchtenden Farbtönen wie Neonfarben stößt der CMYK-Farbraum jedoch an seine Grenzen. Diese Farben lassen sich mit CMYK nur eingeschränkt oder gar nicht reproduzieren.
Farbseparation mit Sonderfarben
Wenn eine Sonderfarbe gewünscht ist, wird diese als separate Druckfarbe gedruckt. Die Sonderfarben werden in der Regel sowohl allein als auch neben oder über CMYK-Farben gedruckt. Es gibt zum Beispiel Sonderfarben wie HKS oder Pantone, die besonders als Corporate-Design-Farben, Neon-, Metallic- oder sehr kräftige Farbtöne zum Einsatz kommen, die sich mit CMYK nicht zuverlässig reproduzieren lassen.
Farbseparation im Siebdruck
Im klassischen Vollton-Siebdruck wird das Motiv ebenfalls in seine Farben zerlegt, wobei für jede Druckfarbe beziehungsweise Druckschicht ein eigenes Sieb erstellt wird. Jedoch unterscheidet sich die Farbseparation im Siebdruck von der Zerlegung von Farben in CMYK-Farbkanäle. Im Siebdruck wird jede sichtbare Farbe direkt mit einer dementsprechend gemischten Druckfarbe gedruckt, ähnlich wie bei einer Sonderfarbe. Für fotorealistische Motive kommt auch im Siebdruck eine CMYK- oder spezielle Rasterseparation zum Einsatz. Dies kommt jedoch aufgrund des Aufwands und der hohen Kosten selten vor.
Häufige Fehler bei der Farbseparation
Bei oder bereits vor der Farbseparation kann es zu Fehlern kommen, die unterschiedliche Auswirkungen auf den Druck haben:
- Konvertierung der Bilder nach CMYK ohne passendes ICC-Profil: die Farben wirken stumpf, verändert oder uneinheitlich.
- versehentliche Umwandlung der Sonderfarben in CMYK: Farbe wird nicht richtig dargestellt oder Metallic-Effekte gehen verloren.
- Wahl der falschen Methode, zum Beispiel CMYK für Vollton-Siebdruck: zu viele Farben und schwache Farbtöne.
- zu niedrige oder zu hohe Farbanteile in einzelnen Kanälen, dies führt zu schwachen, zu dunklen oder verschmutzten Farben. Bei CMYK kann ein zu hoher Gesamtfarbauftrag entstehen.
Prüf-Checkliste
Damit bei der Farbseparation alles funktioniert, kann eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten helfen:
- Druckverfahren festlegen: CMYK, Sonderfarben oder Siebdruck-Separation
- korrektes Farbprofil anlegen: passendes ICC-Profil und richtiger Zielfarbraum
- Farbanzahl: nur die vorgesehenen CMYK- und/oder Sonderfarben sind vorhanden
- Sonderfarben: als Vollton angelegt, einheitlich benannt, nicht in CMYK umgewandelt
- Schwarzaufbau, Tonwerte und Überdrucken prüfen
Farbseparation zusammengefasst
- Bei der Farbseparation wird ein Motiv in einzelne druckbare Farbkanäle bzw. Schichten zerlegt.
- Bei CMYK sind das Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Pantone/HKS oder Weiß/Lack erhalten eigene Sonderfarbkanäle.
- Jeder Kanal wird separat gerastert und im Druck als eigene Farbe bzw. im Siebdruck über ein eigenes Sieb ausgegeben.
- Durch das passgenaue Übereinanderdrucken aller Farbauszüge entsteht das fertige farbige Motiv.