Digitaldruck: Funktionsweise, Verfahren, Vorteile und Anwendungen
Der Digitaldruck vereint technologische Vielseitigkeit mit einer hohen Wirtschaftlichkeit für personalisierte und großformatige Druckaufträge.
Was ist Digitaldruck?
Der Digitaldruck bezeichnet Druckverfahren, bei denen die Übertragung des Druckbilds rein digital stattfindet – international auch „Computer-to-Print“ genannt. Das moderne Druckverfahren deckt durch seine spezialisierten Verfahren ein breites Spektrum an Anwendungsgebieten und Materialien ab. Es liefert somit eine sehr flexible Antwort auf die steigenden Anforderungen an Schnelligkeit und Individualisierung.
Wie funktioniert der Digitaldruck?
Der Digitaldruck zeichnet sich dadurch aus, dass er im Gegensatz zu klassischen Verfahren wie dem Offsetdruck oder Siebdruck keine statischen Druckformen wie Offsetdruckplatten, Stempel oder Schablonen benötigt. Der Computer sendet die Druckdaten direkt an die jeweilige Produktionsmaschine, welche die Druckfarbe anschließend mit modernster Technologie in diversen Verfahren auf den Bedruckstoff aufbringt. Aufgrund der Verfahrensweise ist hier auch von einem Non-Impact-Druck die Rede.
Vorteile des Digitaldrucks
Der Digitaldruck punktet vor allem mit folgenden Vorteilen:
- hohe Produktionsgeschwindigkeit
- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis vor allem bei niedrigen Auflagen
- hohe Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung von Kleinst- und Kleinauflagen, da keine statischen Druckformen nötig
- Druckmaschine druckt jeden Bogen individuell, was viel Flexibilität mit sich bringt – z. B. ist die Wahl von Form und Farbe des Druckmotivs nahezu unbegrenzt
- für eine Vielzahl an Bedruckstoffen geeignet, u. a. für Tapeten, Schilder, Platten und Folien für Wanddekoration, Werbetechnik, Fahrzeugbeschriftung etc.
- hohe Qualität der Druckergebnisse mit beeindruckender Auflösung und Farbintensität
Mit diesen Eigenschaften bildet digitales Drucken eine wertvolle Ergänzung zu den klassischen Druckverfahren wie Flexodruck, Siebdruck oder Offsetdruck.
Nachteile und Grenzen des Digitaldrucks
Trotz seiner vielen positiven Eigenschaften stößt das Digitaldruckverfahren in manchen Bereichen an seine Grenzen:
- Druckaufwand für größere Auflagen ist für gewöhnlich zu hoch; Digitaldruck hat lange Maschinenlaufzeiten, klassischer Offsetdruck punktet mit schnellerem Produktionstempo
- Druckmaschine druckt jeden Bogen individuell, was zu kleinen Unregelmäßigkeiten innerhalb der gleichen Auflage führen kann

Welche Digitaldruckverfahren gibt es?
Es gibt viele Digitaldruckverfahren, die auf der typischen Technik ohne statische Druckform basieren. Am weitesten verbreitet sind der Laserdruck (Elektrofotografie) oder der Inkjetdruck (auch Tintenstrahldruck).
Laserdruck vs. Inkjetdruck
| Laserdruck | Inkjetdruck | |
| Drucktechnik | Prinzip der Elektrofotografie mit trockenem Pulver, auch Xerografie genannt | gezieltes Aufbringen kleinster farbiger Tintentropfen auf den Bedruckstoff mittels Düsen |
| Farbmittel | festes, staubfeines Farbpulver (in Tonerkartusche) | flüssige Tinte (meist CMYK) |
| Flüssigkeit | kommt ohne Flüssigkeit aus | arbeitet mit Flüssigkeit |
| Hautpeinsatzgebiet | hohe Auflagen | Großformatdrucke |
| Hauptvorteil | hohe Druckgeschwindigkeit | sehr gut für große Flächen geeignet |
Tiefgreifendere Informationen zu diesem Thema gibt es in unserem Blogbeitrag Digitaldruck: So funktionieren Laser- und Inkjetdruck.
Wofür kommt Digitaldruck zum Einsatz?
Die Druckmethode des Digitaldrucks ist vermutlich die bekannteste, da Tintenstrahl- oder Laserdrucker in vielen Haushalten zur Grundausstattung gehören, um Bilder und Dokumente bequem zu Hause auszudrucken. Für die industrielle Produktion und entsprechend hohe Auflagen sind Druckmaschinen in anderen Dimensionen gefragt. Hier finden Digitaldruckverfahren beispielsweise häufig Verwendung, um Klebefolien, Banner und Schilder oder Flyer zu drucken. Darüber hinaus lassen sich mittels Digitaldruck verschiedenste Textilien bedrucken – darunter T-Shirts und Sweatshirts.
Außerdem sind für den Digitaldruck prinzipiell alle Werbeartikel aus Pappe oder Papier geeignet. Wichtig ist, dass die Oberfläche ebenmäßig und glatt ist. Die äußerst geringen Produktionskosten bei kleinen Auflagen machen die digitalen Druckverfahren gerade für Streuartikel attraktiv. Auch beim Akzidenzdruck kommt unter anderem Digitaldruck zum Einsatz.
Prinzipiell gibt es drei Anwendungsbereiche des Digitaldrucks, die verfahrensübergreifend sind: der grafische, funktionale und industrielle Digitaldruck.
Grafischer Digitaldruck
Zum grafischen Digitaldruck zählen typografisch gestaltete Dokumente und Dateien mit Text, Pixelbildern oder Vektorgrafiken. Der Druck von klassischer Außenwerbung wie Schildern oder Plakaten sowie Werbung für indoor in Form von Messeständen ist unter anderem Teil dieses Anwendungsbereichs. Gleiches gilt für den Druck von Zeitungen und Zeitschriften im Druck- und Verlagswesen sowie für den Netzwerk- oder Desktopdruck in Unternehmen und Büros.
Funktionaler Digitaldruck
Der Zweck des funktionalen Digitaldrucks ist nicht von kommunikativer Natur, sondern rein technisch. Ein Beispiel sind Funktionslackierungen, die unter anderem das Druckbild schützen oder antimikrobielle Eigenschaften aufweisen.
Industrieller Digitaldruck
Der industrielle Digitaldruck trägt zur Herstellung von verschiedensten Produkten und Gütern bei. Dazu gehört zum Beispiel das Herstellen von Druckformen für andere Drucktechniken oder der Dekodruck von Tapeten im Tintenstrahldruck.
Digitaldruck oder Offsetdruck – wo liegt der Unterschied?
| Digitaldruck | Offsetdruck | |
| Druckform | keine (Datenübertragung digital) | statische Druckformen (z. B. Platten) |
| Wirtschaftlichkeit | hohe Wirtschaftlichkeit bei Kleinauflagen | hohe Wirtschaftlichkeit bei Großauflagen |
| Produktionsaufwand | gering (Direct-to-Print) | hoch (Herstellung der Druckform, Einrichten der Maschine) |
| Sonderfarben | nur eingeschränkt möglich (meist nur CMYK + weiß) | sehr gut möglich (Sonderfarben, Metallic, Pantone) |
| Vorteile | kein Rüstaufwand, variable Daten (Personalisierung), kurze Lieferzeit | hohe Farbtreue, höchste Druckqualität, sehr günstig bei Großauflagen |
| Nachteile | bei hohen Auflagen höhere Kosten pro Exemplar | hohe Fixkosten (Rüstzeit, Platten), nicht für variable Daten geeignet |
Spezielle Druckdaten für den Digitaldruck anlegen?
Nein, für den Digitaldruck sind – wie für den Offsetdruck – für gewöhnlich keine speziell aufbereitete Druckdaten erforderlich. Die Aufbereitung der Druckdaten liegt in der Regel in der Druckvorstufe – sie erstellt zum Beispiel das Layout und erledigt grafische Arbeiten.
Weiteres Wissenswertes zum Thema Druckdatenerstellung liefert unser Blogbeitrag Druckdaten erstellen: die ultimative Checkliste.
Zusammenfassung – Digitaldruck kurz erklärt
- Digitale Bilddaten erfordern keine statischen Druckformen und werden somit direkt auf den Bedruckstoff gedruckt.
- Die gängigsten Digitaldruckverfahren sind der Laserdruck mit Toner oder der Inkjetdruck mit Tinte.
- Digitaldrucktechnik kommt zum Einsatz für bedruckte Werbeartikel, Schilder und Platten, Funktionslackierungen, Tapeten u. v. m.
- Vorteile sind u. a. eine große Flexibilität beim Drucken, eine einfache Personalisierung und eine hohe Wirtschaftlichkeit bei Kleinauflagen