Lithografie einfach erklärt
- ältestes Flachdruckverfahren, auch als Steindruck(verfahren) bekannt; Vorläufer des Offsetdrucks
- Lithografie als Druck, der sich die chemische Abstoßung von Fett und Wasser zunutze macht
- Lithografieverfahren besonders beliebt als künstlerische Drucktechnik, z. B. auch von Edvard Munch verwendet
- Druck ermöglicht präzise Ergebnisse, die Erstellung der Druckplatte erfordert allerdings viel Zeit
Lithografie Bedeutung
Die Lithografie oder Lithographie gilt als ältestes Flachdruckverfahren. Dabei handelt es sich um ein Steindruckverfahren, bei dem das Motiv mit fetthaltigem Material direkt auf eine Steinplatte gezeichnet wird. Die Lithografie basiert auf dem chemischen Gegensatz von Fett und Wasser, wobei die Farbe nur auf den bemalten, fettigen Stellen des Steins haftet. Alois Senefelder erfand das revolutionäre Flachdruckverfahren Ende des 18. Jahrhunderts und ebnete damit den Weg für den modernen Offsetdruck.
Der Begriff Lithografie oder Lithographie stammt aus dem Altgriechischen: „lithos“ bedeutet im Deutschen „Stein“ und „graphein“ übersetzt „schreiben, zeichnen“. Die Wortherkunft lässt bereits auf die Verfahrensweise des Drucks schließen. Neben dem Steindruck kann sich das Wort Lithografie auch auf die Steinzeichnung beziehen, die als Vorlage oder Form für den Steindruck verwendet wird, oder das Druckergebnis als solches meinen.
Die Technik der Lithografie
Die Hauptdrucktechnik, auf welcher die Lithografie fußt, ist der Flachdruck. Demzufolge liegen die druckenden und die nicht druckenden Bereiche der Druckform auf einer Ebene – anders als beim Hochdruck oder Tiefdruck. Der Flachdruck macht sich das chemische Prinzip, dass sich Fett und Wasser abstoßen, zunutze. Die druckenden Stellen der Steinplatte sind fett- sowie druckfarbenfreundlich und stoßen Wasser ab (lipophil). Im Gegensatz dazu sind die nicht druckenden Bereiche mit einem Wasserfilm befeuchtet und stoßen daher die fetthaltige Farbe ab.
Das Verfahren der klassischen Lithografie
Das lithografische Druckverfahren arbeitet traditionell mit einem Lithografiestein als Druckform. Der Steindruck geht wie folgt vonstatten:
- Zunächst schleift eine Schleifmaschine oder Fachpersonal den Lithografiestein (Druckform).
- Die Künstlerin bzw. der Künstler zeichnet das zu druckende Motiv mit fettreicher Farbe wie Kreide oder Tinte seitenverkehrt auf die Steinplatte.
- Die bemalte Platte wird mittels einer ätzenden Flüssigkeit bearbeitet. An den Stellen ohne Zeichnung (nicht druckende Bereiche) dringt die Ätzflüssigkeit in die Poren der Steinplatte ein. An den bemalten Stellen hingegen stößt die fettreiche Farbe die Ätzflüssigkeit ab.
- Nun folgt der Farbauftrag der Druckfarbe mit der Walze auf die Steinplatte. Dabei bleibt die Druckfarbe nur an den bemalten Partien haften, da die fettreichen Stellen die fettreiche Druckfarbe anziehen. Alle anderen, mit der Ätzflüssigkeit behandelten Bereiche des Steins stoßen die Druckfarbe ab.
- Eine Presse überträgt das auf die Steinplatte gezeichnete Motiv mit hohem Druck direkt auf das Papier oder den Karton. Dieser eigentliche Druckprozess ist manuell oder maschinell möglich.
Anwendungsbereiche
Die Lithografie gilt im Druckwesen nach wie vor als bahnbrechende Erfindung. Ab Ende des 18. Jahrhunderts ersetzte sie sukzessive den bislang in vielen Bereichen verwendeten Kupferstich und das als deutlich kostengünstigere Drucktechnik. Im 19. Jahrhundert lag der Fokus des Lithografiedrucks auf Notenblättern und Schriften, bis auch Reproduktionen von Bildern möglich wurden. Ihren großen Erfolg feierte die Lithografie in den Anfängen des 20. Jahrhunderts, wo sie für Plakate für Messen und Ausstellungen sowie Werbung und Farbdrucke reichlich Anwendung fand.
Heutzutage kommt die klassische Lithografie in der Kunst zum Einsatz. Die Drucktechnik ermöglicht besonders detaillierte Motivwiedergaben. Außerdem können Künstlerinnen und Künstler mehrere Kopien ihres Werks drucken lassen und erhalten so eine Serie originaler Drucke.
Merkmale der Lithografie: Vor- und Nachteile
Vorteile
- deutlich kostengünstigere Herstellung als beim Kupferstich (Produktion von Notenblättern im Kupferstich kostete etwa das Fünffache)
- effiziente Drucktechnik für hohe Auflagen, da nach Erstellung des Bildes im Stein einfach und schnell viele Kopien angefertigt werden können
- ausgesprochen präzise Darstellung des Druckbildes durch ebene Fläche der Steinplatte
Nachteile
- weniger wirtschaftlich für kleinere Auflagen, da das Erstellen der Steinplatte Zeit benötigt und teuer ist
- personalisierte Druckmotive sind schwierig umsetzbar, da für jede Variante eine neue Druckplatte nötig
- klassische Lithografie ist nur einfarbig möglich, daher nur für begrenzte Motive umsetzbar, z. B. ohne Schattierungen (die Chromolithografie kann viele Farben umsetzen, ist aber komplexer und aufwendiger)