Nadeldrucker: Funktionsweise, Einsatz und Besonderheiten
Was ist ein Nadeldrucker?
Ein Nadeldrucker ist ein Druckgerät, das Schrift und Grafiken mithilfe von feinen Nadeln erzeugt. Die Nadeln schlagen punktweise gegen ein Farbband und übertragen so Farbe auf das Papier. Alle Punkte gemeinsam ergeben das Druckbild. Der Nadeldrucker kommt hauptsächlich dort zum Einsatz, wo Durchschläge, Endlospapier oder eine robuste Drucktechnik erforderlich sind.
Wie funktioniert ein Nadeldrucker?

Ein Nadeldrucker, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Matrixdrucker bezeichnet, ist ein Druckgerät, welches einzelne Punkte auf das zu bedruckende Medium bringt. Das ähnelt dem Dithering, denn dabei erfolgt das Auftragen der Druckfarbe ebenfalls in vielen kleinen Punkten. Beim Nadeldrucker geschieht dies mittels Nadeln, Druckkopf und Farbband. Während des Druckvorgangs schießen Nadeln aus dem Druckkopf gegen ein Farbband und schlagen auf das dahinterliegende Papier. Anders als bei anderen Technologien wie dem Digitaldruck wird das Druckmedium beim Nadeldruck also mechanisch durch Anschläge belastet. Daher zählt der Nadeldrucker zu den Impact-Druckern.
Beim Nadeldruck als zeichenorientiertes Druckverfahren setzt sich aus den zahlreichen einzelnen Druckpunkten letztendlich ein gedrucktes Zeichen zusammen, etwa ein Buchstabe. Es gibt Matrixdrucker mit 7 bis 48 Nadeln. Mit der Anzahl der Nadeln steigt die Auflösung des Nadeldruckers, so kann ein Drucker mit 24 Nadeln technisch eine Druckauflösung von 360 dpi erreichen. Die Geschwindigkeit beziehungsweise Leistung eines Nadeldruckers misst man in cps (characters per second). Damit ist die maximale Zeichenanzahl pro Sekunde gemeint. Etwa 1000 cps gelten bei einem Nadeldrucker als guter Wert.
Vorteile von Nadeldruckern
- können Durchschläge drucken: Anders als andere Drucker, beispielsweise Tintenstrahl- oder Laserdrucker, kann der Nadeldrucker Durchschläge drucken. Beim Bedrucken von Durchschlagpapier kann er alle Ausfertigungen parallel bedrucken, was besonders schnell geht.
- jegliche Art von Papier bedruckbar: Egal ob einfaches Druckpapier, dickeres Fotopapier oder Endlospapier – der Nadeldruck ermöglicht ein breites Anwendungsspektrum.
- geringe Kosten und geringer Aufwand: Nadeldrucker erfordern wenig Wartung, sind langlebig und mit geringen Verbrauchskosten verbunden. Lediglich das Farbband sollten Sie von Zeit zu Zeit austauschen.
- wasserfest und dokumentenecht: Ausdrucke von Nadeldruckern können wasserfest und dokumentenecht sein, wenn geeignetes Papier und passende Farbbänder genutzt werden. Dokumentenechtheit heißt unter anderem, dass sie eine hohe UV-Beständigkeit haben und kaum ausbleichen.
Nachteile von Nadeldruckern
- markante Druckgeräusche, hohe Lärmbelästigung: Der Nadeldruck geht mit einer hohen Lärmbelästigung einher, wobei Abschirmung und Dämpfung diese mittlerweile deutlich reduzieren.
- Druckqualität: Die Druckqualität eines Nadeldruckers allgemein variiert je nach Zustand des Farbbandes und der Anzahl der Nadeln. Außerdem ist die Qualität der Farbwiedergabe nicht mit der von modernen Tintenstrahldruckern zu vergleichen.
Einsatzbereiche von Nadeldruckern

Durch das Alleinstellungsmerkmal, mit Nadeldruckern Endlospapier oder Durchschlagpapier zu bedrucken, findet man sie heutzutage noch häufig im medizinischen, kommerziellen und behördlichen Bereich – zum Beispiel in Firmen, Anwaltskanzleien, Arztpraxen, Grundbuchämtern und Banken. Mit dem Nadeldrucker können Sie unter anderem Quittungsblöcke bedrucken oder Formulare, Bestellungen und Rechnungen drucken. Auch in Kaufhauskassen, Fahrscheinentwertern und Parkautomaten sowie in Lagern und Logistikzentren ist diese Art von Impact-Druckern im Einsatz.
Noch heute stellen OKI und Epson Nadeldrucker her. Andere Produzenten sind Unternehmen wie Lexmark und DASCOM. Oft sind moderne Nadeldrucker mit einem USB-Anschluss ausgestattet und verfügen über einen 24-Nadel-Druckkopf, der eine im Bereich der Nadeldrucker hochwertige Druckqualität ermöglicht.
Nadeldrucker, Tintenstrahldrucker und Laserdrucker
| Merkmal | Nadeldrucker | Laserdrucker | Tintenstrahldrucker |
| Druckverfahren | mechanisch | Toner | flüssige Tinte |
| Durchschläge | möglich | nicht möglich | nicht möglich |
| Druckqualität | gering | hoch | hoch |
| Lautstärke | hoch | gering | gering |
| Einsatz | Industrie, Logistik | Büro | Büro, zu Hause |
Geschichte des Nadeldruckers
- Neben den Typenraddruckern gelten Nadeldrucker als die ersten Druckgeräte überhaupt und sind sogar älter als der PC. Pionier in diesem Gebiet war Fritz Karl Preikschat – zwischen 1952 und 1954 meldete er fünf Patente für seine Erfindung an: einen Fernschreiber mit sieben Druckdrähten für eine 7x5-Punktmatrix.
- Im Jahre 1968 stellte die japanische Firma OKI den Nadeldrucker unter der Bezeichnung „OKI Wiredot“ erstmals als kommerzielles Produkt her. Die Information Processing Society of Japan (IPSJ) verlieh dem Unternehmen 2013 für den Nadeldrucker sogar das Prädikat „Technologisch wertvolles Erbe“.
- Auf das erste Nadeldrucker-Produkt von OKI folgte die Serie „OKI-Microline“, ein kleinerer Nadeldrucker. Weitere bekannte Herstellernamen waren unter anderem Epson, Panasonic und Brother. Schon in den späten Sechzigerjahren und in den Siebzigerjahren druckten Nadeldrucker im unternehmerischen Kontext Daten von Großrechenanlagen auf Endlospapier und hielten in den Achtzigern anschließend Einzug in Privathaushalten.
Häufige Fragen zu Nadeldruckern (FAQ)
Können Nadeldrucker farbig drucken?
Nadeldrucker können Texte und Grafiken drucken und das je nach Druckertyp monochrom (einfarbig) oder mehrfarbig. Bei farbigen Drucken besteht das Farbband aus den CMYK-Farben Cyan, Magenta, Yellow und Key. Die vier Farben sind auf dem Farbband nebeneinander in Spuren aufgereiht. Die gewünschte Farbe wählt der Nadeldrucker, indem er das jeweilige Farbband vertikal auf die entsprechende Spur verschiebt. Meist jedoch wird mit Nadeldruckern einfarbig gedruckt.
Welche Einsatzbereiche haben Nadeldrucker heute noch?
Heute kommen Nadeldrucker hauptsächlich in Bereichen zum Einsatz, in denen Durchschläge, Endlospapier und eine robuste Drucktechnik erforderlich sind, etwa in der Industrie, Logistik oder in Behörden.
Welche Vorteile haben Nadeldrucker?
Nadeldrucker ermöglichen den parallelen Druck mehrerer Durchschläge und verarbeiten unterschiedlichste Papierarten inklusive Endlospapier. Zudem gehen sie mit geringen Kosten und geringem Aufwand einher und können bei Verwendung geeigneter Farbbänder und Papiere wasserfeste sowie dokumentenechte Ausdrucke erstellen.
Welche Nachteile haben Nadeldrucker?
Nadeldrucker sind laut und liefern bei der Farbwiedergabe und der Auflösung eine geringere Qualität als moderne Tintenstrahl- oder Laserdrucker.
Zusammenfassung – Nadeldrucker kurz erklärt
- Nadeldrucker zählen zu den Impact-Druckern und erzeugen Druckbilder mit feinen Nadeln und einem Farbband.
- für Durchschlag- und Endlospapier geeignet, Einsatz u. a. in der Industrie, in Behörden und im Gesundheitswesen
- Vorteile sind zum Beispiel geringe Betriebskosten, Langlebigkeit und die Verarbeitung unterschiedlichster Papierarten
- Nachteile sind eine hohe Geräuschentwicklung und eine geringere Druck- und Farbwiedergabequalität