Faksimile – Bedeutung und Anwendung einfach erklärt
Was ist ein Faksimile?

Ein Faksimile ist eine originalgetreue Reproduktion einer Vorlage – zum Beispiel eines Buches, einer Handschrift oder eines Kunstwerkes. Gute Faksimiles geben die Vorlage beziehungsweise das Original in Farbe, Größe und Zustand (inklusive Altersspuren etc.) möglichst exakt wieder. Bei dieser Art der Reproduktion gilt es, das Unikat bestmöglich zu sichern und zu schonen, es wird also nicht direkt verwendet oder beschädigt. Insbesondere wenn empfindliche oder wertvolle Originale zugänglich, aber dennoch geschützt sein sollen, bietet sich der Einsatz von Faksimiles an.
Faksimile – Herkunft und Bedeutung des Begriffes
Das Wort „Faksimile“ stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von „fac simile“ ab. Dies lässt sich mit „mach ähnlich!“ übersetzen. Wie die sprachliche Herkunft verrät, stellt ein Faksimile also eine genaue Nachbildung eines Originals dar.
Faksimile, Nachdruck, Kopie oder Reproduktion – die Unterschiede
Neben dem Faksimile gibt es noch weitere Formen der Reproduktion:
| Begriff | Bedeutung | Beispiel | Unterschiede zum Faksimile |
| Faksimile | authentische Nachbildung eines Originals inkl. Farbe, Größe, Material, Zustand sowie weiterer sicht- und fühlbarer Details; besonders anspruchsvolle Reproduktionsart | exakte Nachbildung eines alten Buches oder Kunstwerkes | – |
| Nachdruck | inhaltlich gleich, optisch nicht unbedingt dem Original nachempfunden | Neuauflage eines bereits erschienenen Buches | Gibt Original nicht komplett wieder, sondern gleicht sich lediglich inhaltlich. Optik (z. B. Layout und Cover) kann sich verändern. |
| Reproduktion | Oberbegriff für Vervielfältigung – inhaltliche und optische Wiedergabe | Kunstdrucke | Je nach Qualität und Detailliertheit können die Grenzen zum Faksimile fließend sein, häufig jedoch vereinfacht und nicht so originalgetreu wie ein Faksimile (Abweichungen z. B. bei Material, Struktur oder Größe). |
| Kopie | einfache Vervielfältigung, meist rein auf Inhalt bezogen | Fotokopie oder Scan eines Bildes | Rein inhaltlich, dient nur der Informationsübertragung, ist auch digital möglich. |
Fazit: Ein Faksimile versucht, das Original bis ins kleinste Detail nachzubilden und ist die hochwertigste Form der Reproduktion. Die Unterschiede zu Nachdrucken oder Kopien sind klar erkennbar.
Wie wird ein Faksimile hergestellt?
Um ein Faksimile herzustellen, sind – je nach Originalmedium – verschiedene Vorbereitungen und Arbeitsschritte notwendig. Die Herstellung dieser limitierten Werke ist aufwendig und es sind viele verschiedene Kenntnisse nötig, zum Beispiel:
- Scannen oder Fotografieren des Originals – möglichst hochauflösend und detailliert
- präzises Farbmanagement
- Beschaffung von originalgetreuen Papieren und Materialien (beispielsweise Naturpapier)
- Umsetzung besonderer Druckverfahren, zum Beispiel Lichtdruck als fotomechanisches Flachdruckverfahren, das Halb- und Zwischentöne ohne Raster wiedergibt (wenn Sie ein Faksimile eines Buches drucken lassen)
- Prägetechniken, um Struktur und Oberfläche nachbilden zu können
- Bindetechniken sowie Hinzufügen von Beschlägen oder Rahmen
- Alterungs- und Gebrauchsspuren, die das Original zum Zeitpunkt der Reproduktion aufweist
- Farbabweichungen
- handschriftliche Ergänzungen
- Vergoldungen (zum Beispiel ein Goldschnitt, Sonderform des Farbschnitts)
- haptische Eigenschaften wie Falten, Risse oder Strukturen
Arten von Faksimile
Buch- und Handschriftenfaksimiles
Neben historischen Büchern und Codices gibt es auch Faksimiles von Manuskripten, Urkunden, mittelalterlichen Handschriften und weiteren historischen Dokumenten.
Faksimiles von Kunst und Grafiken
Im Bereich der Kunst und Gestaltung werden hochwertige Faksimiles hergestellt, um Werke einem größeren Personenkreis sowie an mehreren Orten zugänglich zu machen. So gibt es heutzutage Faksimiles von bedeutenden Gemälden und Skulpturen.
Faksimile-Unterschriften
Faksimiles gibt es auch in Form von Unterschriften. Eine Faksimile-Unterschrift wird erstellt, indem ein Stempel die Signatur nachbildet. Das bietet eine Zeitersparnis, was insbesondere beim Unterzeichnen mehrerer Dokumente von Vorteil ist; gleichzeitig behält die reproduzierte Unterschrift eine persönliche Note bei. Diese kann sich zum Beispiel auf Angebotsschreiben oder Grußkarten positiv auf die Kundenbindung auswirken.
Anwendungsbereiche von Faksimiles
Faksimiles finden in vielen Bereichen Verwendung:- in Museen und Ausstellungen: Präsentation eines Faksimiles erfolgt ohne Risiko für das Original
- in Bibliotheken und Archiven: optimal zur Schonung von berührungs- und lichtempfindlichen Dokumenten
- in der Wissenschaft und Forschung: Möglichkeit von Untersuchungen und Analysen, ohne Zugriff auf das Original zu gewähren
- in der Bildung und Lehre: als detailgetreues Anschauungsmaterial für Schülerinnen, Schüler und Studierende
- Sammlerinnen und Sammler: dank Faksimiles Zugang zu historisch bedeutsamen Werken
- geschäftliche Nutzung: insbesondere bei Signaturen
Vorteile von Faksimiles
- Die Inhalte historischer Dokumente bleiben erhalten.
- Der Schutz der Originale ist gegeben.
- Historische Inhalte sind einer größeren Leserschaft zugänglich.
- Faksimiles sind langlebig und reproduzierbar.
- Werke, die im Original aus mehreren Teilen bestehen, die auf verschiedene Standorte (z. B. Museen) verteilt wurden, können als Faksimiles zusammengeführt werden.
Nachteile und Grenzen von Faksimiles
- Die Reproduktion ist mit einem sehr großen Aufwand und hohen Kosten verbunden.
- Faksimiles können das Original nicht ersetzen.
- Stark beschädigte Originale bringen die Reproduktion an ihre technischen Grenzen.
- Die Reproduktion der originalen Materialien ist nicht immer möglich.
FAQ: Häufige Fragen zum Faksimile
Was bedeutet Faksimile genau?
Bei einem Faksimile (lateinisch „fac simile“ = „mach ähnlich!“) handelt es sich um eine täuschend echte Reproduktion eines Originals (zum Beispiel eines Dokumentes oder Kunstwerkes), inklusive Farbe, Größe und Altersspuren.
Ist ein Faksimile ein Original?
Nein. Auch wenn das Faksimile dem Original sehr nahekommt, handelt es sich dabei trotzdem um eine Reproduktion.
Was ist der Unterschied zwischen Faksimile und Nachdruck?
Bei einem Nachdruck wird nur der reine Text eines Werkes gedruckt, ohne das Layout oder die Gestaltung des Einbands originalgetreu abzubilden. Das Faksimile hingegen reproduziert Material, Farben und Details.
Was ist der Unterschied zwischen Faksimile und Nachdruck?
Bei einem Nachdruck wird nur der reine Text eines Werkes gedruckt, ohne das Layout oder die Gestaltung des Einbands originalgetreu abzubilden. Das Faksimile hingegen reproduziert Material, Farben und Details.
Wofür nutzt man Faksimiles heute?
Um die Originale zu schonen, setzen insbesondere Museen, Archive, Forschung und Lehre Faksimiles ein.
Sind Faksimiles rechtlich erlaubt?
Insofern entsprechende Genehmigungen vorliegen und das Faksimile das Urheberrecht nicht verletzt, sind Faksimiles erlaubt.
Warum sind Faksimiles oft teuer?
Der hohe technische und handwerkliche Aufwand bei der Reproduktion sorgt dafür, dass Faksimiles sehr teuer sind.
Faksimile kurz erklärt: eine Zusammenfassung
- Ein Faksimile ist eine täuschend echte Nachbildung eines Originals.
- Das Ziel ist es, dem Original nahezu zu gleichen.
- Es gibt klare Unterschiede zu einem Nachdruck oder einer Kopie.
- Meist genügen Faksimiles zur Veranschaulichung, somit bleiben die wertvollen Originale geschützt.