Was macht eine sehr gute Bewerbung aus?
Mit einem sehr guten Bewerbungsschreiben legen Sie den Grundstein für Ihren neuen Traumjob. Um zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, sollten Sie neben Form und Sprache insbesondere eines beherzigen: Authentizität. Präsentieren Sie sich sowie Ihre Stärken und legen Sie Ihre Motivation dar. Wieso möchten Sie ausgerechnet in diesem Unternehmen arbeiten? Achten Sie auf ein gesundes Maß und vermeiden Sie Übertreibungen. Sie wollen einen glaubwürdigen sowie guten Eindruck erwecken und das Gesamtbild inklusive Ihrer Qualifikationen sollte stimmig sein.
Bewerbungen schreiben in Zeiten von KI
KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini können Sie beim Bewerbungsschreiben unterstützen. Nutzen Sie künstliche Intelligenz jedoch nur als Hilfsmittel: Rein KI-generierte Texte wirken häufig generisch und können im Recruiting auffallen. Geben Sie außerdem keine sensiblen personenbezogenen Daten ein (beispielsweise Ihren Namen, Ihre Kontaktdaten, Arbeitgebernamen oder Zeugnisinhalte).
Sinnvolle Anwendungen von KI für Bewerbungen sind etwa Feedback zur Lebenslaufstruktur, Hilfe bei Formulierungen und eine erste Rechtschreib- sowie Grammatikprüfung.
Bewerbungsunterlagen: Woraus besteht die Bewerbung?
In vielen Stellenanzeigen begegnen Bewerberinnen oder Bewerbern die Formulierungen „vollständige“ oder „aussagefähige Bewerbungsunterlagen“. Darunter versteht man eine vollständige Bewerbungsmappe in der richtigen Reihenfolge bestehend aus
- Anschreiben
- Mappe (nicht bei Online-Bewerbungen)
- Deckblatt (optional)
- Lebenslauf
- dritte Seite (optional)
- Anlagenverzeichnis (optional)
- Zeugnisse
Wie umfangreich Ihre Bewerbung inklusive aller Unterlagen ist, orientiert sich letztlich an Ihrem beruflichen Werdegang.

Gestaltung: Tipps und kostenlose Designvorlagen
In puncto Design ist ein einheitliches Layout über die verschiedenen Dokumente Ihres Bewerbungsschreibens hinweg absolut empfehlenswert. Ob Sie das Layout selbst entwerfen oder auf ansprechende Designvorlagen zurückgreifen, liegt ganz bei Ihnen. Kostenlose Designvorlagen für Deckblatt, Anschreiben und Lebenslauf halten wir für Sie zum Download bereit: als Adobe-InDesign-Vorlagen (.indd und .idml) sowie als PDF-Vorschau.

Mit einem auffälligen Design verleihen Sie Ihren Unterlagen eine individuelle Note und rücken Ihr Bewerbungsschreiben in ein noch besseres Licht. Auch originelle Mappen sind eine Möglichkeit, positiv aus der Masse herauszustechen. Lassen Sie hierfür beispielsweise individuelle Präsentationsmappen drucken.
Anschreiben: Was macht ein gutes Anschreiben aus?
Die Länge des Anschreibens ist entscheidend. Bringen Sie Ihre Aussagen auf maximal zwei Seiten auf den Punkt. Idealerweise begrenzen Sie sich auf eine Seite. Setzen Sie dabei serifenlose Schrift mit einer Größe von 10 bis 12 pt ein und achten Sie auf einen Zeilenabstand von 1,2 oder besser 1,5 Zeilen.
Eine gute Lesbarkeit ist das A und O. Dementsprechend empfiehlt es sich auch nicht, Absätze zu entfernen, Abstände zu verringern oder eine kleinere Schriftgröße zu wählen, um Ihren Text auf Biegen und Brechen auf eine Seite zu formatieren.
Manchmal liefern Unternehmen spezifische (Längen-)Vorgaben bezüglich Anschreiben oder dem kompletten Bewerbungsschreiben; vor allem, wenn es sich um eine Online-Bewerbung, beispielsweise eine E-Mail-Bewerbung, handelt. Orientieren Sie sich in dem Falle an den vorgegebenen Richtlinien.
Aufbau: Wie baut man das Anschreiben auf?
- Einleitung: Ein spannender, kurzer Einstieg, der Interesse auf mehr weckt.
- Hauptteil: Legen Sie Ihre Eignung und Motivation in Bezug auf Ihren Arbeitgeber in spe dar.
- Schlusssatz: Bedanken Sie sich, nennen Sie Ihren frühestmöglichen Eintrittstermin und bringen Sie Ihre Vorfreude auf ein Kennenlernen zum Ausdruck.
Inhalt: Was muss in einem Anschreiben stehen?
Auf inhaltlicher Ebene sollte aus Ihrem Bewerbungsschreiben hervorgehen, wieso gerade Sie für die angestrebte Position geeignet sind. Stellen Sie Ihre stärksten Argumente heraus und wecken Sie bei den Personalern die Neugierde auf Ihre Person und Ihr folgendes Bewerbungsmaterial.
Die passende Anrede und der erste Satz im Bewerbungsschreiben
Hierzu zählt die passende Anrede. Formulieren Sie diese nur neutral („Sehr geehrte Damen und Herren“), falls keine konkrete Kontaktperson herausfinden können, ansonsten unbedingt persönlich(„Sehr geehrte/r Frau/Herr [Nachname]“). Siezen ist nach wie vor Standard in Bewerbungsschreiben. Sollte der Arbeitgeber in der Stellenanzeige das Du verwenden, ist es nicht verboten, dies auch in Ihrer Bewerbung einzusetzen.
Ein wichtiges Element in Ihrem Schreiben ist der erste Satz – ersollte einschneidend und erfrischend sein. Vermeiden Sie leere Worthülsen und Standardfloskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich …“ oder ,,Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen …“. Rhetorische Fragen in der Einleitung wie „Sie suchen …?“ oder Inhalte über die Firma, die die Lesenden bereits kennen, straft das Personalteam oft negativ ab.
Beginnen Sie mit pfiffigen Formulierungen und relevanten Fakten zu Ihrem beruflichen Werdegang. Originell kann beispielsweise ein passendes Zitat oder eine unternehmensbezogene, wirtschaftliche Frage sein. Oder Sie nehmen direkten Bezug auf ein vorangegangenes Telefonat oder persönliches Gespräch auf einer Messe.
Diese Beispielsätze von Bewerberinnen und Bewerbern wecken die Neugierde des Personalteams:
- Ihr Unternehmen liegt gerade einmal XXX Gehminuten von meiner Haustür entfernt. Solange andere noch im Stau stehen, bin ich bereits bei der Arbeit.
- XXX ist Ihre Leidenschaft – meine auch. Schon seit meiner Kindheit begeistert mich alles, was mit XXX zu tun hat.
- XXXX, XXX und XXX – mit diesen Werten hat mich Ihr Unternehmen absolut begeistert. Für meine berufliche Zukunft suche ich nach einer Tätigkeit mit ebendiesen Eigenschaften …
Stärken und Schwächen passend kommunizieren
Wichtig ist, dass Sie sich bei Ihren Stärken in Ihrem Bewerbungsschreiben auf eine bis zwei fokussieren und diese in Zusammenhang mit der ausgeschriebenen Stelle bringen. Nennen Sie am besten konkrete Beispiele aus dem (Arbeits-)Alltag, die Ihre positiven Eigenschaften veranschaulichen. Eine Aneinanderreihung verschiedener Stärken dagegen macht keinen Sinn. Falls Sie sich schwertun, Ihre persönlichen Stärken zu identifizieren, hilft es oftmals, Teammitglieder oder befreundete Personen zu fragen oder vergangene Arbeitszeugnisse zu lesen, um eine etwas neutralere Einschätzung zu erhalten.
Die Schwächen sollten eher innerhalb des Vorstellungsgesprächs thematisiert werden, da der Platz im Bewerbungsschreiben limitiert ist.

Sprache: Vorsicht vor Floskeln, Konjunktiv und Co
Ihr Text sollte sprachlich fehlerfrei sein, also keine Rechtschreib- sowie Grammatikfehler aufweisen. Achten Sie bei Ihrem Schreiben insbesondere auf eine hohe Lesefreundlichkeit. Verschachtelte Sätze mit reichlich Kommata beeinträchtigen den Lesefluss und sind daher tabu. Zu kurze, aneinandergereihte Sätze wirken meist abgehackt. Ideal ist die goldene Mitte. Kleiner Tipp: Um zu prüfen, ob Ihre Sätze zu kurz oder zu lang sind, hilft es, sich das Bewerbungsschreiben laut vorzulesen.
Was die Vergangenheitsform betrifft, wird das Präteritum, nicht das Perfekt verwendet – also „Ich arbeitete“ statt „Ich habe gearbeitet“. Setzen Sie darüber hinaus als Bewerberin oder Bewerber auf eine positive, selbstsichere und zielstrebige Ausdrucksweise.
Der Konjunktiv hat hier nichts zu suchen – „hätte“, „möchte“ und so weiter vermitteln falsche Bescheidenheit. Zu viele Superlative wie „absolute Spitzenleistung“ sind hingegen zu viel des Guten und hinterlassen einen unseriösen und prahlerischen Eindruck. Halten Sie sich besser neutral.
Ein weiterer häufiger Fehler ist die übermäßige Verwendung von Fremdwörtern. Sie sind in einem Bewerbungsschreiben deplatziert und können überheblich wirken. Von Jugendjargon oder Umgangssprache ist ebenso abzuraten – auch wenn Ihr Arbeitgeber in spe seine Kundschaft duzt, ist eine zu lockere Tonalität unangebracht. Achten Sie darauf, dass der Stil des Bewerbungsschreibens zum jeweiligen Unternehmen und der Branche passt.
| Dos | Don‘ts |
| fehlerfreies Schreiben | Rechtschreib- & Grammatikfehler |
| hohe Lesefreundlichkeit | lange, verschachtelte Sätze |
| Präteritum als Vergangenheitsform | Perfekt als Vergangenheitsform |
| positive & selbstsichere Ausdrucksweise | Konjunktiv („könnte“, „würde“ etc.) |
| neutrale, seriöse Formulierungen | zu viele Superlative („stets der Beste“ etc.) |
| Schreibstil sollte zum Unternehmen und zur Branche passen | zu viele Fremdwörter, Jugendjargon & Umgangssprache |
Motivationsschreiben vs. Anschreiben: Unterschiede
Die Begriffe Motivationsschreiben und Anschreiben werden oft als Synonyme verwendet, es gibt jedoch Unterschiede. Während das Anschreiben Teil der klassischen Bewerbungsunterlagen ist, wird das Motivationsschreiben in der Regel explizit von Unternehmen angefordert. Zudem liegt der Fokus beim Motivationsschreiben auf persönlichen Zielen sowie individuellen Talenten, wohingegen das Anschreiben beziehungsweise Bewerbungsschreiben den Bezug zwischen der Position und Ihrer Person kurz und kompakt in den Vordergrund stellt. Wichtig ist, dass Sie sich im Motivationsschreiben weder Inhalte des Lebenslaufes noch des Bewerbungsschreibens wiederholen, sondern darin zusätzliche Schwerpunkte setzen.
Deckblatt: Wie soll es aussehen?
Das Deckblatt ist kein Muss bei Bewerbungen, kann aber durchaus ein Pluspunkt sein. Schön gestaltet macht es optisch etwas her und liefert dem Personalteam einen Überblick über alle wichtigen Informationen des Bewerbers oder der Bewerberin. Neben Ihren persönlichen Daten wie Vor- und Nachname, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse ist daher auch die Erwähnung der gewünschten Position hilfreich. Mit einem sympathischen und professionellen Bewerbungsfoto auf dem Deckblatt haben Personalerinnen und Personaler beim Sichten Ihrer Unterlagen direkt ein Bild vor Augen.
Der perfekte Lebenslauf
Der Lebenslauf, auch als CV (Curriculum Vitae) bekannt, nimmt für HR-Verantwortliche unter den Bewerbungsunterlagen häufig den höchsten Stellenwert ein. Die herkömmlichste Form ist der tabellarische Lebenslauf – diesen sollten Sie auch verwenden, sofern nichts anderes gewünscht ist. Beim Lebenslauf gilt die goldene Regel: die Länge sollte maximal zwei DIN-A4-Seiten betragen. Den eigenen Werdegang so zu komprimieren, ist gar nicht so einfach. Tipp: Praktika oder Fortbildungen aus anderen Branchen sind zum Beispiel obsolet und nehmen knapp bemessenen Platz weg.

Aufbau des perfekten Lebenslaufes
Folgende Elemente sind unerlässlich, wenn Sie sich bewerben und sollten in der genannten Reihenfolge erscheinen:
- Daten zur eigenen Person
- Berufserfahrung/berufliche Laufbahn
- Schule, Ausbildung, Studium
- Kenntnisse und Fähigkeiten
Achten Sie bei den Punkten „Berufserfahrung“ und „Schule, Ausbildung, Studium“ auf eine anti-chronologische Auflistung – Sie starten also mit der aktuellen Station und enden mit der, die am weitesten zurückliegt. Vorlagen wie unsere (siehe 3. Gestaltung) helfen, Ihren tabellarischen Lebenslauf zu gliedern und zu gestalten.
Tipps zum Inhalt
Lücken im Lebenslauf sind kein Ausschlusskriterium, wenn Sie richtig damit umgehen. Eine längere Arbeitslosigkeit nach dem Studium zählt beispielsweise als „Berufsorientierung“. Auslandsaufenthalte werden ebenfalls meist positiv gesehen. Besonders wichtig ist, dass Sie nicht lügen, sondern die Abschnitte positiv präsentieren.

Weitere Tipps zum Inhalt Ihres Lebenslaufes:
- Ein Foto im CV ist keine Pflicht, jedoch empfehlenswert.
- Angaben zum Familienstand sind freiwillig.
- Bei Angabe der Software- und Sprachkenntnisse führen Sie am besten eine Einschätzung der jeweiligen Fähigkeit auf, zum Beispiel „Englisch: C1“
- Auch Programmiersprachen können Sie unter Sprachkenntnissen auflisten wie zum Beispiel „Java: gut“.
- Soft Skills sind besonders erwähnenswert, wenn Sie noch nicht allzu viel berufliche Erfahrung vorweisen können.
- Bei mehreren Zusatzqualifikationen und Fortbildungsmaßnahmen sollten Sie sich auf wesentliche Punkte beschränken, die für den potenziellen Arbeitgeber die höchste Relevanz haben.
- Beim Abschnitt „persönliche Interessen“ genügen meist drei bis vier Angaben.
- Unterschrift: Am Ende können Sie, falls Platz, Ihr Dokument eigenhändig klassisch mit einem Füller signieren.
Arbeitszeugnisse und Referenzen: Worauf ist zu achten?
Was die Zeugnisse betrifft, sind mindestens die letzten drei Arbeitszeugnisse, das Hochschul- und/oder Ausbildungszeugnis sowie das letzte Schulzeugnis mit dem höchsten Schulabschluss als Teil des Bewerbungsschreibens beizulegen. Arbeitsproben oder Abschlussarbeiten sollten Sie nur nach Aufforderung mitschicken. Nachweise über Fortbildungen und Co fügen Sie nur bei, wenn diese einen Bezug zur Stelle aufweisen. Schriftliche Referenzen sind kein Muss, kommen jedoch bei einer Bewerbung besonders gut an, da es sich hierbei – anders als beim Arbeitszeugnis – um einen freiwilligen Dienst des ehemaligen Chefs oder Ihrer Kundschaft handelt.
Tipp: Beinhaltet Ihre Bewerbung mehr als zehn Anlagen, ist ein Verzeichnis empfehlenswert. So erhalten Personalerinnen und Personaler einen schnelleren Überblick über Ihre Zeugnisse, Zertifikate und Referenzen.
Kleiner Hinweis: Ein Bewerbungsprozess variiert selbstverständlich je nach Firma und läuft im heutigen Arbeitnehmermarkt nicht mehr immer so klassisch und strikt ab.
Fazit: mit perfekten Bewerbungsschreiben und-unterlagen überzeugen
Eine erfolgreiche Bewerbung zu schreiben, mag Ihnen zunächst als Mammutaufgabe erscheinen, ist aber einfach umzusetzen, wenn Sie dabei unsere Bewerbungstipps beherzigen. Halten Sie sich kurz und rücken Sie Ihre Fähigkeiten und die Vorteile, die Ihr potenzieller Arbeitgeber aus Ihnen ziehen kann, in den Fokus. Präsentieren Sie dabei Ihre Persönlichkeit, Motivation und Ziele. KI kann Sie dabei punktuell unterstützen. Dann sind Ihre überzeugenden Bewerbungsunterlagen inklusive erstklassigem Bewerbungsschreiben ein erfolgreicher Türöffner zum nächsten Traumjob – viel Erfolg!