Papierkunde: Papiersorten im Überblick

Von A wie Affichenpapier bis Z wie Zeitungspapier: Die Auswahl an Papiersorten ist riesig. Wir zeigen, wie Sie den Überblick behalten, und helfen Ihnen, die passende Papierart für Ihr Druckprojekt zu finden.

Fünf Papiersorten im Vergleich: Papiere in unterschiedlichen Weiß-/Brauntönen und mit Strukturen
Fünf Papiersorten im Vergleich: Papiere in unterschiedlichen Weiß-/Brauntönen und mit Strukturen
Inhalt:

Wie lassen sich Papiersorten unterteilen?

Papier ist nicht gleich Papier: Rund 3.000 Papiersorten stellt die deutsche Papierindustrie her. Um den Überblick zu bewahren, hilft es, Papierarten zu kategorisieren. Der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE nimmt in seinem Leistungsbericht PAPIER von 2025 eine Unterteilung in „grafische Papiere“, „Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke“, „Hygienepapiere“ sowie „Papier und Pappe für technische und spezielle Verwendungszwecke“ vor.

Grafische Papiere

Wenn Sie Flyer drucken oder Zeitschriften, Bücher und vergleichbare Printprodukte bestellen, kommen grafische Papiere zum Einsatz. Auch Schreibpapiere und Kopierpapiere zählen zu dieser Kategorie. Kurz gesagt: Grafische Papiere dienen zum Bedrucken, Beschreiben oder Kopieren.

Verpackungspapiere

Bei dieser Kategorie handelt es sich um Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke. Beispiele sind Schachteln zur Produktverpackung, aber auch Verpackungsmaterialien wie Wellkarton und Packpapier.

Hygienepapiere

Hygienepapiere sind Produkte aus Tissuepapier. Hierzu zählen beispielsweise Toilettenpapier, Papiertaschentücher, Servietten oder Küchenrollen. Diese Produkte werden in der Regel nur einmal oder nur über einen kurzen Zeitraum verwendet.

Spezialpapiere

Zu den Spezialpapieren gehören die Papiersorten, die nicht in die anderen Kategorien passen. Entsprechend verschiedenartig sind die Papierarten in dieser Gruppe. Beispiele für Spezialpapiere sind Banknotenpapier, Etikettenpapier, Fotopapier oder Filterpapier.

Papiersorten im Vergleich: Druckerpapier, Karton, Klopapier und Teebeutel
Papiersorten lassen sich in grafische Papiere, Verpackungs-, Hygiene- und Spezialpapiere unterteilen.

Unterteilung nach Faserstoffzusammensetzung

Außerdem können Sie Papiere anhand ihrer Bestandteile beziehungsweise Faserstoffzusammensetzung unterscheiden:

Holzhaltige Papiere

Holzhaltige Papiere bestehen zu mehr als fünf Prozent aus Fasern, die aus Holz gewonnen wurden (sogenannter Holzstoff). Da diese Papiersorten zum Vergilben neigen, kommen sie meist bei kurzlebigen Druckprodukten zum Einsatz, etwa bei Zeitungen und Zeitschriften.

Holzfreie Papiere

Obwohl der Begriff anderes vermuten lässt, wird auch holzfreies Papier aus Holz gefertigt. Um holzfreies Papier zu erhalten, trennen die Herstellerfirmen aus dem Holz lediglich das Lignin heraus. Lignin ist ein Bindemittel, das sich zwischen den Zellen befindet und sie verklebt. Da Lignin mit Sauerstoff und Licht reagiert, ist holzfreies Papier ohne Lignin alterungsbeständiger und vergilbt langsamer.

Hadernpapiere

Papiersorten: Nahaufnahme von strukturiertem, schwarz-weißem Hahnemühle-Papier
Hahnemühle-Papier als Beispiel für hadernhaltiges Papier mit sichtbarer Baumwollstruktur

Das Wort Hadern bezeichnet ein abgeschnittenes oder abgerissenes Stück Stoff. Folglich gehören zu den Hadernpapieren alle Papiersorten, die aus Textilfasern bestehen oder in denen sie zumindest enthalten sind (hadernhaltige Papiere). Moderne hadernhaltige Papiersorten werden neben Baumwolle häufig auch aus Flachs, Jute oder Ramie hergestellt. Typischerweise handelt es sich um hochpreisige und besonders hochwertige Papierarten. Beispiele für Hadernpapiere oder hadernhaltige Papiersorten sind Bankpostpapiere und Hahnemühle-Papiere, etwa für Fine Art Prints.

Papiersorten von A bis Z

Die folgende Tabelle liefert Ihnen Inspiration, welche Papierarten am Markt gängig sind und wofür sie sich eignen:

PapiersorteBeschreibung
Affichenpapierblaue und blickdichte Rückseite, ideal zur Plakatierung
Bilderdruckpapiergestrichenes Papier für brillante Farbergebnisse
Chromokartonstabil, oft mit Veredelungen, besonders beliebt für Postkarten/Verpackungen
Durchschreibepapiersehr dünn (30–40 g/m²), für Durchschreibesätze
EtikettenpapierSammelbegriff, oft wird PP-Haftfolie oder Haftpapier bedruckt
Fotopapierklassischerweise lichtempfindliches, beschichtetes Papier für Fotografien
GraspapierPapier mit Grasfaseranteil, natürliche Optik mit meist grünlicher Färbung
Hahnemühle-Papieredle Sorte mit Baumwollanteil für Kunst und Fotografie
Inkjetpapierglatte Oberfläche für Bedruckung mit Tintenstrahldruckern
Kraftpapierbraunes, reißfestes Papier für Tüten, Verpackungen oder Karten
Leinenstrukturkartonleinenartig geprägte Oberfläche, wenig saugstark
Manilapapierpreisgünstig, bräunliche Farbe, oft für Briefumschläge oder als Packpapier
Naturpapierauch Offsetpapier genannt, ungestrichen und beschreibbar, meist holzfrei
Offsetpapierauch Naturpapier genannt, ungestrichen und beschreibbar, meist holzfrei
Pergamentpapierwasser- und fettdichtes Rohpapier für Verpackungen
Recyclingpapierumweltfreundlich, aus Altpapier, bekanntes Siegel: Blauer Engel
Seidenpapiersehr dünn, leicht und meist transparent, für Dekoration und Verpackung
Thermopapierspeziell beschichtet, Schwarzfärbung bei Erwärmung, für Etiketten/Bons
Wellpappemehrlagiger Karton mit hoher Tragkraft dank Stabilität durch Druckverteilung
Zeitungsdruckpapierdünnes, meist holzhaltiges Papier (oft ca. 50 g/m²)
Papiersorten im Vergleich: vier bunt bedruckte Visitenkarten im Corporate Design
Visitenkarten aus Leinenstrukturpapier, Kraftpapier, Naturkarton und Bilderdruckpapier (von links nach rechts)

Die passende Papiersorte finden

Sie sind unsicher, welche Papiersorte am besten zu Ihrem Vorhaben passt? Fragen Sie bei Ihrer Druckerei nach Papiermustern, um die Papiersorte vor dem Druck selbst zu begutachten. Bei WIRmachenDRUCK haben wir für diesen Zweck den Papiermusterordner entwickelt. Zudem haben wir allgemeine Tipps für die Wahl der richtigen Papierart zusammengestellt:

Schaubild als Entscheidungshilfe für Papiersorten: Analyse nach Zielgruppe & Verwendungszweck
Das Schaubild zeigt, nach welchen Kriterien Sie sich für eine Papiersorte entscheiden können. Selbstverständlich gibt es auf dem Markt mehr als die hier gezeigten Papiersorten, das Bild liefert jedoch eine erste Orientierung.

Papiersorte je nach Einsatzzweck auswählen

Grundsätzlich gilt: Wählen Sie eine Papiersorte, die zum Produkt, zum Einsatzzweck und zu Ihrer Zielgruppe passt. Dabei können die folgenden Fragen helfen.

Ist Ihr Produkt langlebig oder kurzlebig?

Bei Prospekten, Zeitungen oder Zeitschriften genügt holzhaltiges Papier, bei höheren Qualitätsansprüchen und längerer Nutzungsdauer sind holzfreie Papiersorten die bessere Wahl.

Soll auf dem Papier geschrieben und gestempelt werden?

Hierfür empfiehlt sich Offsetpapier. Achten Sie darauf, dass das Papier nicht zu dünn ist, damit insbesondere Stempelfarbe nicht auf die Rückseite durchdrückt.

Möchten Sie Bilder oder Kunstwerke drucken?

Druckmotive mit Bildern kommen auf gestrichenem Bilderdruckpapier hervorragend zur Geltung. Für einzigartige Kunstdrucke, Urkunden oder wichtige Geschäftsdokumente sind Papiere mit Textilfaseranteil eine Überlegung wert. Häufig sind sie unter dem Begriff Fine-Art-Papier oder Feinpapier zusammengefasst.

Welches Papier für Verpackungen?

Geschenkverpackungen bestehen häufig aus Chromokarton oder Bilderdruckpapier. Für Versandkartons ist stabilerer Karton aus beispielsweise Wellpappe geeignet.

Beispiel für Papiersorten: drei Broschüren mit Wald-Motiv aus mattgestrichenem Recyclingpapier
Bleiben Sie natürlich: Die Papiersorte muss zu Ihnen und Ihrer Zielgruppe passen.

Gestrichen oder ungestrichen?

Gestrichenes Papier wird mit einer speziellen Streichfarbe versehen. Dieser Anstrich verleiht der Papiersorte eine glatte, geschlossene und unempfindlichere Oberfläche. Die Detailwiedergabe ist exzellent. Daher ist gestrichenes Papier bestens für den Druck von Fotos geeignet. Auch für großflächige Drucke – beispielsweise Verpackungen – empfiehlt sich die gestrichene Variante, da die Farbe auf ungestrichenen Papierarten schnell fleckig wirken kann. Ungestrichenes Papier ist offenporiger und fühlt sich zudem verhältnismäßig rau, dafür aber sehr natürlich an.

Papiersorten im Vergleich: zwei Schmuckkarten, gestrichen und ungestrichen
Schmuckkarte aus gestrichenem Postkarten-Chromokarton (links) und ungestrichenem Kraftpapier (rechts)

Matt oder glänzend?

Viele Druckereien bieten gestrichene Papiersorten in matter oder glänzender Form an – beispielsweise das beliebte Bilderdruckpapier. Für welche Ausführung Sie sich entscheiden, ist Geschmackssache. Dennoch gibt es allgemeine Vor- und Nachteile:

Matte PapiersortenGlänzende Papiersorten
+ dezente und edle Anmutung+ strahlende Farben und Brillanz
+ hervorragende Lesbarkeit von Texten+ hoher Kontrast, ideal für farbenfrohe Fotos
+ weniger stark reflektierende Oberfläche– reflektierende Oberfläche
– je nach Sorte anfällig für Kratzer– u. U. Fingerabdrücke schnell sichtbar
für Produkte mit ausgeglichenem Text-Bild-Verhältnisfür Produkte mit vielen farbigen Bildern
Beispiele: Eintrittskarten, Visitenkarten, BroschürenBeispiele: Kataloge, Flyer, Postkarten

Wichtig zu wissen: Matt gestrichenes Papier liefert dennoch einen dezenten Glanzeffekt – es wirkt in jedem Fall glänzender als ungestrichene Sorten.

Papiersorten und Nachhaltigkeit

Wenn Sie Wert auf Nachhaltigkeit legen, können Sie das ebenfalls durch die Wahl der passenden Papiersorte ausdrücken.

Recyclingpapier aus Altpapier schneidet laut dem NABU in puncto Ressourcenverbrauch, Wasser- und Energieverbrauch sowie Abwasserbelastung in der Regel deutlich besser ab als herkömmliches Papier. Achten Sie dabei auf das Siegel Blauer Engel. Es gilt als das Zeichen mit den höchsten ökologischen Standards und findet sich nicht mehr nur auf Schreib- und Hygienepapier, sondern wird mittlerweile auch in Druckereien angeboten. Ein weiteres bekanntes Siegel stammt vom Forest Stewardship Council (FSC®). Mit der FSC® Zertifizierung wird eine ressourcenschonende Waldwirtschaft gefördert.

Holz als Grundbestandteil von Papier ist allerdings ein eher langsam nachwachsender Rohstoff. Deshalb setzen viele Anbieter in letzter Zeit verstärkt auf schnell nachwachsende Materialien, etwa Gras oder Silphiepflanzen. Auch Abfallprodukte werden immer häufiger zur Papierherstellung genutzt, zum Beispiel Bagasse als Nebenprodukt der Zuckerrohrindustrie. Das neuartige Material Ocean Action aus küstennah gesammeltem Plastikmüll ist ebenfalls bedruckbar und trägt zum Schutz der Meere bei.

Papiersorten im Vergleich: zwei Etiketten aus Silphiepapier und aus Bagassepapier
Umweltfreundlich und dennoch mit erstklassiger Optik: Etiketten aus Silphie- und Bagassepapier

Welche Papierstärke für welches Produkt?

Neben der Papiersorte ist auch die Papierstärke (oder korrekter: das Flächengewicht beziehungsweise die Grammatur) entscheidend für die Wirkung Ihres Printprodukts. Sie gibt an, wie viel Gramm ein Papier pro Quadratmeter wiegt. Ab einem Flächengewicht von 150 g/m² sprechen Fachleute meist nicht mehr von Papier, sondern von Karton. Pappe ist in der Regel ab einer Papierstärke von 600 g/m² erhältlich. Nicht jede Papiersorte ist in mehreren Papierstärken verfügbar, bei gängigen Papierarten wie Bilderdruckpapier ist jedoch in gut sortierten Shops eine Auswahl möglich.

Prinzipiell gilt: Höhere Papierstärken wirken hochwertiger. Wenn Sie Ihre Printprodukte falzen lassen möchten, sollte das Papier jedoch nicht zu dick sein. Als Richtwert können Sie eine Stärke von 135 g/m² veranschlagen. Höhere Grammaturen sind bei Falzungen mit geraden Kanten möglich, wenn das Material über Rillen oder Nuten an den entsprechenden Stellen verfügt. Jedoch sind auch hier Grenzen gesetzt: Gefalzte Produkte ab einer Grammatur von 200 g/m² können trotz Rillung oder Nutung aufsperren, bleiben also nicht richtig geschlossen.

Papierstärken für gängige Produkte:

ProduktPapierstärke
Kopierpapier80 g/m²
Briefpapier90–120 g/m²
Flyer130–200 g/m²
Postkarten235–300 g/m²
Verpackungen240–600 g/m²
Visitenkarten300–400 g/m²

Fazit

Wie finden Sie nun in der breiten Angebotspalette die passende Papiersorte? Zunächst sollten Sie den Einsatzzweck des Druckprodukts bestimmen. Für langlebige Produkte ist holzfreies Papier die beste Option, andernfalls genügen holzhaltige Papiersorten. Auch die Wahl zwischen mattem und glänzendem sowie gestrichenem und ungestrichenem Papier ist wichtig, da beides die Optik und Haptik beeinflusst. Hohe Papiergrammaturen wirken hochwertig, allerdings lassen sich gefalzte Produkte ab einer Stärke von 200 g/m² möglicherweise nicht mehr so gut schließen. Berücksichtigen Sie die Art des Printprodukts sowie die Zielgruppe – schon halten Sie ein wirkungsstarkes Printprodukt in den Händen.

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