Verpackungsarten: Definition, Gesetzesgrundlagen & Beispiele

Je nach Anlass eignet sich eine Verpackungsart dafür, ein Produkt zu schützen, zu präsentieren, zu servieren, zu versenden oder zu transportieren. Dieser Guide erklärt Gesetzesgrundlagen und zeigt, wie Sie Verpackungen fürs Marketing einsetzen.

2 Verpackungsarten: Leute vor Restaurant mit Lebensmittelverpackungen, Lagermitarbeiter mit Kartons
2 Verpackungsarten: Leute vor Restaurant mit Lebensmittelverpackungen, Lagermitarbeiter mit Kartons
Inhalt:

Die wichtigsten Verpackungsarten im Überblick

Kaum ein Tag vergeht, an dem uns keine der wichtigsten Verpackungsarten begegnet: Im heimischen Kühlschrank, als Versandkarton oder in Szene gesetzt am Point of Sale. Produkte befinden sich in Behältnissen aus unterschiedlichen Materialien wie Kartons, Schachteln, Gläsern und To-go-Bechern.

„Verpackungen sind aus beliebigen Materialien hergestellte Erzeugnisse zur Aufnahme, zum Schutz, zur Handhabung, zur Lieferung oder zur Darbietung von Waren, die vom Rohstoff bis zum Verarbeitungs­erzeugnis reichen können, vom Hersteller an den Vertreiber oder Endver­braucher weitergegeben werden […]“
(§ 3 Abs. 1 VerpackG)

Die Definition von Verpackungen nach dem Verpackungsgesetz legt unterschiedliche Verwendungszwecke dar. Daraus leiten sich fünf Verpackungsarten ab.

Verkaufsverpackungen

Als Endverbraucherin oder Endverbraucher nehmen Sie Verkaufsverpackungen meist als eine Verkaufseinheit aus Ware und Verpackung wahr. Typischerweise verpackt eine Herstellfirma ihre Ware und schützt sie so auf dem Weg durch den Handel bis zu den Endkonsumierenden. Verkaufsverpackungen sind sogenannte Primärverpackungen, denn sie haben direkten Kontakt mit dem Packgut.

Sie ist die am meisten verbreitete Verpackungsart und besitzt mehrere Funktionen: Sie fördert die Haltbarkeit von Lebensmitteln und die Lagerbarkeit, punktet aber auch mit exzellenten Informations- und Marketingfunktionen. Höchstwahrscheinlich identifiziert auch Ihre Zielgruppe Produkte oder Brands über originell bedruckte Produktverpackungen – eine gute Gestaltung lohnt sich also. Es gibt viele Beispiele für Verkaufsverpackungen:

  • ein Becher aus Kunststoff mit 150 g Frischkäse
  • eine Schachtel mit mehreren Pralinen
  • eine Tüte mit 50 Wäscheklammern
  • 10 Kaffeekapseln in einer Faltschachtel
Verpackungsarten: Person nimmt Pralinen aus Pralinenschachtel, Pralinen in bedruckter Schachtel
Verkaufsverpackungen haben direkten Kontakt mit dem Produkt.

Serviceverpackungen

Als Unterart der Verkaufsverpackungen gelten Serviceverpackungen als kurzlebig. Erst die Letztvertreibenden befüllen sie mit Ware, etwa als Take-away-Verpackung oder für den direkten Verzehr im Gastronomiebereich. Serviceverpackungen unterstützen die Übergabe an die Endverbrauchenden oder ermöglichen sie erst. Sie enthalten Lebensmittel oder Waren und schützen diese beim Transport, zum Beispiel als:

Verpackungsarten: Person in Café mit Schürze reicht Tüte mit Essen und Coffee-to-go-Becher
Serviceverpackungen ermöglichen den Transport von Lebensmitteln und anderen Waren.

Versandverpackungen

Diese Verpackungsart zählt ebenfalls zu den Verkaufsverpackungen. Versandverpackungen werden von den Letztvertreibenden befüllt und unterstützen beziehungsweise ermöglichen es, Waren an Endverbraucherinnen und Endverbraucher zu versenden. Klassischerweise verschicken Produzenten das Packgut in einem Außenkarton aus Wellpappe, dem Packmittel. Packhilfsmittel wie Polstermaterial und Klebeband schützen es während des Transports optimal vor Stößen und Druck. Zu dieser Kategorie gehören somit:

  • Versandkartons aus Pappe
  • Versandtaschen aus Papier
  • Füllmaterialien wie Rollenwellpappe und Luftpolstertaschen
  • Klebebänder, Umreifungsbänder und Etiketten
Verpackungsarten: offene braune Kartons mit Füllmaterial: geknülltes Papier und Holzwolle
Zu den Versandverpackungen zählt der Karton ebenso wie Polstermaterial und Etikett.

Umverpackungen

Umverpackungen zählen zu den Sekundärverpackungen und berühren das Produkt nicht direkt: Sie umschließen mehrere Verkaufsverpackungen und bündeln diese zu einer Einheit. Als zusätzliche Verpackung verbessern Umverpackungen einerseits die Handlichkeit und erhöhen den Tragekomfort für die Konsumierenden. Andererseits helfen sie Mitarbeitenden dabei, Verkaufsregale besser zu bestücken. Umverpackungen machen Produkte stabil, stapelbar und transportfest. Sie finden etwa Verwendung als:

  • Folie um 6 Flaschen mit je 1,5 Litern Mineralwasser
  • Faltschachtel um eine Tube Gesichtscreme
  • Karton aus Pappe für 12 x 1-Liter-Milchtüten
  • Steige aus Karton mit 12 Joghurtbechern
Verpackungsarten: Nahaufnahme von Wasserflaschen mit durchsichtiger Umverpackung aus Plastik
Umverpackungen umschließen mehrere Verkaufsverpackung und machen sie handlicher.

Transportverpackungen

Verpackungsarten: 2 Personen im Lager mit Palette, die umwickelt mit Stretchfolie ist
Durch Transportverpackungen werden der Transport und die Lagerung von Waren möglich.

Diese Verpackungsart ist nicht für die Weitergabe an Endkonsumierende bestimmt, sondern verbleibt im Handel oder B2B-Bereich. Mit Transportverpackungen können Sie Packgüter schützen und sicheren Transport sowie effiziente Lagerung von Waren gewährleisten. Als Tertiärverpackung fassen Transportverpackungen gemäß ihrer Definition Primär- und Sekundärverpackungen zu einer größeren Einheit für den Transport zusammen. Container, etwa für den Straßen- oder Schiffstransport, zählen nicht zu den Transportverpackungen. Laut Definition im Verpackungsgesetz gelten die folgenden Packmittel als Transportverpackungen:

  • Faltschachteln, die mehrere Verkaufseinheiten bündeln
  • Displayverpackungen, z. B. zur Präsentation von Aktionsware
  • Einwegpaletten
  • Folien zur Ladungssicherung auf Paletten

Wen betrifft das Verpackungsgesetz?

Das Verpackungsgesetz (VerpackG) gilt seit Anfang 2019 und löste die Verpackungsverordnung ab. Um das Ziel höherer Recyclingquoten für Verpackungsabfälle zu erreichen, bedarf es einer Kooperation mit den dualen Systemen. Das Gesetz setzt dafür bei den Unternehmen an: Wer befüllte Verpackungsarten in Umlauf bringt, die in der Regel bei den Endverbrauchenden anfallen, trägt die sogenannte erweiterte Herstellerverantwortung (EPR). Diese Regelung bedeutet, dass Hersteller und Händler in der Verantwortung stehen, die Umweltbelastung durch ihre Verpackungen aus beispielsweise Kunststoff zu vermeiden oder zu verringern. Eine Lizenzgebühr auf Verpackungen schafft den Anreiz, diese zu reduzieren.

gelbe Mülltonnen als Symbolbild für das Verpackungsgesetz von 2019 bezüglich Verpackungsarten
Seit dem Verpackungsgesetz von 2019 finanzieren Unternehmen die Entsorgung von Verbraucherverpackungen.

Die Unterscheidung der wichtigsten Verpackungsarten kann auch für Sie relevant sein. Ob im Online-Handel, als Start-up oder stationäres Geschäft: Sie müssen Ihre verwendeten Pappkartons, Kunststofffolien, Glasflaschen und Co beim Verpackungsregister LUCID der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) anmelden. Anschließend bezahlen Sie Lizenzentgelte, welche die Rücknahme und das Recycling der Verpackungen finanzieren. Duale Systeme wie Der Grüne Punkt regeln die Sammlung und Entsorgung von Verbraucherverpackungen – zum Beispiel durch die gelbe Tonne.

Verpackungsarten mit und ohne Systembeteiligungspflicht

Auch Ihr Betrieb nutzt Verpackungen? Dann sollten Sie klären, ob es systembeteiligungspflichtige Verpackungen sind, die Sie registrieren lassen müssen. Sofern Verpackungen eine Einheit aus Ware und Verpackung bilden und nach Gebrauch typischerweise bei privaten Haushalten als Abfall anfallen, besteht eine Systembeteiligungspflicht– also etwa bei Verkaufsverpackungen wie Produkt-, Service- und Versandverpackungen sowie Umverpackungen.

Dementgegen sind beispielsweise die folgenden Verpackungsstoffe nicht systembeteiligungspflichtig:

  • Transportverpackungen wie Einwegpaletten und Aufsteller
  • Exportverpackungen, die nachweisbar nicht in Deutschland als Müll anfallen
  • Mehrwegverpackungen wie Getränkekisten
  • Kunststoffgefäße für Speisen
  • pfandpflichtige Einweggetränkeverpackungen

Diese Verpackungsarten fallen in der Regel nicht bei privaten Endverbraucherinnen und -verbrauchern als Abfall an, sondern bei Unternehmen oder Händlern.

Verpackungsarten: Nahaufnahme von offenen Wasserflaschen in einem Kasten
Transportverpackungen, Mehrverpackungen und Co sind nicht systembeteiligungspflichtig.

5 ideale Verpackungen für Ihr Marketing

Bedruckte Verpackungen nehmen im Bereich der Produkt- sowie Serviceverpackungen eine wichtige Rolle ein, besonders weil Druckmotive auch der Werbung dienen. Mit einem gekonnten Zusammenspiel aus Design und Verpackungsart lenken Sie alle Blicke auf Ihr Produkt. Da das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung kontinuierlich wächst, sind nachhaltige Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen von großer Bedeutung. Treffen auch Sie diese Wahl – mit innovativen Materialien oder recyclingfähigen Verpackungsmaterialien punkten Sie bei Ihrer Zielgruppe.

Nachhaltige Lebensmittelverpackungen aus Papier & Bioplastik mit Recyclingsymbol als Verpackungsarten
Nachhaltige Verpackungen spiegeln das wachsende Umweltbewusstsein wider.

Wenn Sie Ihre Markenidentität durch Verkaufsverpackungen kommunizieren, prägt sich Ihr Verpackungsdesign bei Ihrer Kundschaft ein. Im Idealfall erhöhen die Umhüllungen im Corporate Design Ihren Wiedererkennungswert und spiegeln die Qualität Ihres Produkts wider. Sorgen Sie dafür, dass Art und Gestaltung Ihrer Verpackung optimal zu ihrer Anwendung passen. So verschenken Sie nachhaltige Freude beim Auspacken! Wir haben fünf Inspirationen für Ihr Marketing zusammengetragen:

Besondere Formen

Ihre Produktverpackung soll auf schlichte Weise besonders sein? Wählen Sie attraktive Dreiecksverpackungen – etwa als Pralinenschachtel oder als Geschenkbox mit einer natürlichen Optik wie aus Holz. Sie fallen auf und lassen sich am Point of Sale extravagant anordnen. Ein zusätzliches Sichtfenster im Deckel setzt Ihren Inhalt perfekt in Szene.

Zusätzliche Highlights

Unterstreichen Sie die hohe Qualität Ihrer Produkte mit Schachteln, in deren Klappdeckel zwei Magnete eingearbeitet sind. In hochwertige Magnetboxen können Kunsthandwerk, Schmuck oder elektronische Geräte verpackt sein. Bonus: Sie sorgen beim Öffnen für einen zusätzlichen Wow-Effekt. Dieser macht es sehr wahrscheinlich, dass die Boxen wiederverwendet werden.

Originelles Design

Sie wollen als kreativ, humorvoll und innovativ im Gedächtnis Ihrer Zielgruppe bleiben und sie überraschen? Dann benötigen Sie ein originelles Design. Entwerfen Sie witzige und einfallsreiche Verkaufsverpackungen passend zu Ihrem Inhalt und lenken Sie so die Aufmerksamkeit auf sich. Ob mit eingängigen Slogans, unkonventionell platzierten Sichtfenstern und Öffnungen oder knalligen Farben – Ihr Wettbewerb wird das Nachsehen haben.

Nachhaltig praktisch

Präsentieren Sie Ihre Marke in einer außergewöhnlich umweltschonenden Form! Tragegriffverpackungen etwa sind echte Hingucker und bestechen häufig durch umweltfreundliches Material: Graskarton besteht zu 30 % aus Grasfasern und ist zu 100 % recycelbar. Seine natürliche Struktur signalisiert eine authentische und ressourcenschonende Brand und spricht Ihre ökologisch bewusste Zielgruppe an.

Lebensmittel ansprechend in Szene setzen

Den richtigen Rahmen für Ramen, Döner, Pasta und Co bieten Foodboxen in Ihrem Corporate Design. Mit ihnen sind Sie in Innenstädten sowie auf Festivals präsent – ein echtes Must-have für gastronomische Betriebe. Setzen Sie klassische Lebensmittelverpackungen individuell ein: Faltschachteln eignen sich für die verschiedensten Speisen. Informieren Sie sich vorab jedoch, ob diese für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind und gegebenenfalls über eine Fettbarriere verfügen.

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