Was sind gängige Visitenkartengrößen?
Eines vorweg: Für Visitenkarten existiert kein offizielles Standardmaß. Die gängigen Abmessungen von Business Cards variieren landesspezifisch und auch innerhalb der einzelnen Länder. Eine Annäherung an die gängigsten Visitenkartengrößen ist dennoch möglich.
Klassisches Visitenkartenformat

In Deutschland sowie in anderen Ländern im europäischen Raum hat sich das Standardformat 85 x 55 mm etabliert, wenn Sie Visitenkarten drucken lassen. Das Verhältnis von kurzer zu langer Seite beträgt 1,54. Bei einer Auflösung von 300 dpi verfügt die klassische Visitenkarte über 1004 x 650 Pixel.
Warum dieses gängige Visitenkartenformat so beliebt ist, liegt auf der Hand: Die Karte ist etwa so groß wie eine Scheckkarte und fügt sich bequem in die Fächer eines Portemonnaies ein. Neben Personalausweis und Bankkarten ist sie gut geschützt und stets griffbereit.
Diese neutrale Visitenkartengröße lenkt nicht vom Inhalt ab und Ihr Logo sowie Ihre Kontaktdaten lassen sich darauf gut lesbar platzieren. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihre Karte in standardisierte Visitenkartenetuis passt.
Internationale Visitenkartengrößen
Nicht nur die Gepflogenheiten beim Überreichen geschäftlicher Karten unterscheiden sich im internationalen Vergleich, sondern auch der Standard ihrer Formate:
- 85 x 55 mm: Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien, Spanien, Portugal, Türkei
- 88,9 x 50,8 mm: Kanada, USA
- 90 x 50 mm: Argentinien, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, Costa Rica, Estland, Finnland, Israel, Kasachstan, Kroatien, Lettland, Litauen, Mexiko, Montenegro, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Südafrika, Südkorea, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Usbekistan
- 90 x 55 mm: Australien, Dänemark, Indien, Kolumbien, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Taiwan, Vietnam
- 90 x 54 mm: China, Hongkong, Malaysia, Singapur
- 91 x 55 mm: Japan

Visitenkarten in Sonderformaten
Einheitsformate sprechen Sie nicht an? Ziehen Sie eine Abweichung vom Quasi-Standard in Betracht und zeigen Sie ergänzend zu Ihrem Design auch mit der Größe Ihrer Visitenkarte Individualität. Wir beleuchten Vorzüge und Nachteile.
Visitenkarten im Hochformat
Ein einfacher Kniff für mehr Aufmerksamkeit: Ordnen Sie die Informationen auf Ihrer Karte im Corporate Design hochkant an. Da das Querformat üblicher ist, erhält eine Visitenkarte im Hochformat zusätzliche interessierte Blicke.
Frische, Kreativität und Innovation passen zu Ihrer Position oder Sie möchten sich einfach dezent abheben? Dann ist dieses Visitenkartenformat empfehlenswert. Vergegenwärtigen Sie sich nur, dass es in Ihrem Empfängerkreis auch Personen geben kann, die das Drehen der Karte als unpraktisch empfinden.

Quadratische Visitenkarten
Mit einem kompakten quadratischen Format fallen Sie direkt auf und erwecken das Interesse Ihres Gegenübers. Denn die schlichte Form hält für die Konzeption spannende Gestaltungsoptionen bereit: Mittig platzierte Elemente kommen besser zur Geltung und auch die Wirkung von zentralen oder seitlich versetzten Textblöcken verändert sich im Gegensatz zu gewöhnlichen Visitenkarten. Dabei sind Design und Übersichtlichkeit in der Gestaltung entscheidend.
Welche der typischen Visitenkartengrößen Sie wählen (55 x 55 mm oder 65 x 65 mm) hängt von Ihren Textinhalten und etwaigen Grafiken ab. Allerdings finden Ihre Visitenkarten in Quadratform sehr wahrscheinlich keinen Platz im üblichen Visitenkarten-Stapel, was nicht unbedingt von Vorteil ist.

Klappvisitenkarten
Erstaunlich viele Informationen und Gestaltungselemente finden auf Faltvisitenkarten Platz. Sie haben in geöffneter Form meist das Maß 172 x 55 mm und kommen in geschlossenem Zustand auf die klassische Visitenkartengröße von 85 x 55 mm – passend für ein Visitenkartenetui. Meist ist für das Papier eine Grammatur von bis zu 400 g/m² möglich.
Die Erweiterung auf vier bedruckbare Seiten schafft Raum: Nutzen Sie diesen beispielsweise für eine Wegbeschreibung oder einen Slogan, vermeiden Sie jedoch Dopplungen. Die Klappvisitenkarten sind weithin mit horizontaler oder vertikaler Falzung erhältlich.
Es kann sein, dass das Doppelte an Papier nicht überall Anklang findet, insbesondere wenn in Einsteckhüllen das Lesen der Innenseiten unmöglich wird. Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass sich durch das Klappen schneller Falten oder Risse bilden und diese ein unästhetisches Gesamtbild erzeugen können.

Visitenkarten in DIN A8
Bekannte Repräsentanten für das DIN-A8-Format mit den Maßen 74 x 52 mm sind Karteikarten oder Spielkarten – es wird für Business Cards eher selten verwendet. Ganze 16-mal lässt sich diese Visitenkartengröße auf einer DIN-A4-Seite abbilden. Dies kann für den Druck zuhause von Vorteil sein. Andererseits können DIN-A8-Visitenkarten leichter untergehen und für weniger wichtig erachtet werden.
DIN-C8-Visitenkarten
Das DIN-C8-Format ist etwas größer als DIN A8 und misst 81 x 57 mm. Dieses Größenverhältnis trifft man ebenfalls selten bei Visitenkarten an, es wird meist für Mini-Umschläge genutzt. Folglich stechen Sie mit C8-Karten zwar aus der Masse heraus, jedoch wird diese Visitenkartengröße kaum zum Druck angeboten.
Veredelungen und Co: Visitenkarten zu Eyecatchern machen
Nicht nur Ihr Design und das Visitenkartenformat prägen die Wirkung Ihrer Karte. Mit folgenden Optionen kann aus ihr ein Eyecatcher werden, der beim Gegenüber besser im Gedächtnis bleibt.
Einseitige oder beidseitige Visitenkarten?
Ein bekannter Grundsatz ist: Die Visitenkarte sollte nicht überladen wirken. Ihr Wunsch ist es selbstverständlich, neben Ihrem Namen und der Berufsposition auch das Firmenlogo zu platzieren. Hinzu kommen Ihre Kontaktdaten, die von Telefonnummer bis Social-Media-Profil reichen können.
Falls Ihnen eine Seite dafür nicht ausreicht, können Sie zusätzlich von der Rückseite Gebrauch machen. Besonders beliebt ist folgende Aufteilung: Logo und Firmennamen auf der einen Seite, personenbezogene Angaben auf der anderen.
Ecken abrunden
Ergänzend zu den Seitenlängen liegt auch die Beschaffenheit der Ecken in Ihrer Hand: spitz oder abgerundet? Während mit klassischen Visitenkarten rechteckige Kanten verbunden werden, können abgerundete Ecken spannende Akzente setzen. Wenn sie mit Ihrem Logo und dem Gesamtdesign Ihrer Business Card harmonieren, funktionieren runde Eckkanten als dezente Eyecatcher – ganz ohne die Hürden von abweichenden Visitenkartenformaten.

Visitenkarten in einzigartigen Formen
Sie umfasst nicht nur all Ihre wichtigen Informationen – als Teil Ihrer Geschäftsausstattung ist die Visitenkarte auch ein ausgezeichnetes Marketinginstrument. Warum nicht ihre Form individuell bestimmen? Als Fotografin können Sie die einer Kamera, als Modegeschäft die eines Shirts wählen. Mit kreativen Konturen ist Ihr Wiedererkennungswert hoch und Sie heben sich zweifelsohne ab. Halten Sie dafür die Augen nach Druckereien offen, die figürlich gestanzte Visitenkarten anbieten.
Veredelte und Multiloft-Visitenkarten
Lenken Sie die Blicke auch mit einer klassischen Visitenkartengröße auf sich: Mit einem besonderen Papier oder Veredelungen wie UV-Lack, Softfeel-Folie, Heißfolienveredelung oder Prägungen klappt das im Handumdrehen. Dies mag sich zwar auf den Preis auswirken, bringt aber auch positive Effekte mit sich: Sie ergänzen den bloßen Kontaktaustausch um eine haptische Komponente und vermitteln Kompetenz und Exklusivität.
Immer beliebter werden darüber hinaus sogenannte Multiloft-Visitenkarten. Sie verfügen über die üblichen Maße, sind aber bis zu dreimal so dick wie klassische Visitenkarten. In der Mitte der drei verbundenen Kartonschichten befindet sich ein Farbkern. Dieser ist in verschiedenen Farben erhältlich und optimal auf Ihr Corporate Design abstimmbar.

Welche Papierstärke haben Visitenkarten?
Über alle Visitenkartengrößen hinweg soll sich der Charakter eines Unternehmens in guten Visitenkarten widerspiegeln. Eine bedeutende Rolle spielt dabei die Stärke beziehungsweise Grammatur des Visitenkartenpapiers. Diese ist stets vom Material abhängig.
Meist lässt sich für ein- und beidseitige Visitenkarten eine Grammatur zwischen 250 g/m² und 650 g/m² wählen. Bei Multiloft-Visitenkarten sind es hingegen häufig bis zu 1020 g/m² mit einer Stärke von 2,4 mm.
Die Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Papiersorten und ihre gängigen Stärken.
| Bilderdruckpapier | 250–400 g/m² |
| Chromokarton | 250–450 g/m² |
| Holzschliffpappe | 580–650 g/m² |
| Multiloft-Karton | 600–1020 g/m² |
| Naturkarton | 300–400 g/m² |
| Offsetkarton | 300–350 g/m² |
| Recyclingpapier | 250–400 g/m² |
Fazit: Was ist die passende Visitenkartengröße?
Im deutschsprachigen Raum beträgt das Standardformat für Visitenkarten 85 x 55 mm. Wer auf ausgefallene Formate zurückgreifen will, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, nutzt beispielsweise quadratische Visitenkarten, Klappvisitenkarten oder figürlich gestanzte Modelle.
Abgesehen von der Visitenkartengröße haben Sie weitere Möglichkeiten, um aufzufallen – beispielsweise mit abgerundeten Ecken oder Veredelungen. Mit welcher Visitenkartenvariante Sie die Basis für künftige Geschäftsbeziehungen auch schaffen mögen: Die passende Visitenkartengröße und -haptik betont Ihr Design und untermalt Ihr unverwechselbares Auftreten.
