Was sagen Umweltsiegel aus?
Einige Maßnahmen zur Einsparung von CO2-Emissionen haben Unternehmen selbst in der Hand – etwa, Energie effizient zu nutzen und Papiersorten verantwortungsbewusst einzusetzen. Bei Letzterem sind Umweltsiegel sowohl für Druckereien als auch für Kundinnen und Kunden hilfreich. Allerdings gibt es bisher kein einzelnes übergreifendes Siegel, das eindeutig erkennen lässt, ob eine Produktion, ein Prozess oder eine Prozesskette wirklich umweltschonend ist.
Bei der Vielzahl an Labels stellt sich also die Frage, auf welches Umweltsiegel Unternehmen bestenfalls setzen. Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Papierzertifikate gesammelt. Dabei bleiben diejenigen unberücksichtigt, die sich Unternehmen selbst vergeben.
FSC®
FSC® ist das älteste Siegel für nachhaltige Holznutzung. Der FSC® (Forest Stewardship Council) wurde 1993 in Folge des Umweltgipfels von Rio de Janeiro als gemeinnützige, nichtstaatliche Organisation gegründet. Sie setzt sich für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder ein. Damit ein Produkt mit dem FSC® Umweltsiegel gekennzeichnet werden darf, muss eine Rückverfolgung bis zum Ursprung gewährleistet sein – alle an der Produktion beteiligten Unternehmen müssen zertifiziert sein. FSC® ist das größte weltweit aktive Forst-Zertifizierungssystem. Zurzeit sind weltweit etwa 160 Mio. Hektar nach den FSC® Richtlinien zertifiziert.

PEFC
PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) dokumentiert und fördert ähnlich dem FSC® eine nachhaltige Forstwirtschaft. Europäische Waldbesitzerinnen und -besitzer sowie Teilnehmende aus der Holzwirtschaft stießen das Programm an. In Verbindung mit seinem Umweltlabel strebt das PEFC an, die nachhaltige Waldbewirtschaftung in Europa zu erfassen und zu verbessern.
Blauer Engel
Der Blaue Engel ist die erste und bekannteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung der Welt. Seit 1978 zeichnet das Umweltsiegel Blauer Engel Produkte aus, die in ihrer ganzheitlichen Betrachtung besonders umweltfreundlich sind. Bei den Papieren werden ausschließlich solche ausgezeichnet, die zu 100 % aus Altpapier bestehen. Beurteilt werden der Wasser- und Energieverbrauch bei der Herstellung, die Auswahl der eingesetzten Altpapiere und die Verwendung von Chemikalien und Hilfsstoffen. Daneben ist das Label auch mit Qualitätsanforderungen verbunden, zum Beispiel an Kopierfähigkeit und Archivierbarkeit.
EU-Ecolabel
EU-Ecolabel stellt seit 1992 das Umweltzeichen der Europäischen Union dar. Es kennzeichnet Produkte, die im Vergleich zu herkömmlichen Produkten mit dem gleichen Gebrauchswert über alle Phasen des Lebenszyklus in der Summe geringere Umweltauswirkungen haben. Das Siegel erfasst dafür alle umweltrelevanten Aspekte des Produktionszyklus: von der Ernte der Rohstoffe über die Produktion bis hin zur Entsorgung. In der Papierproduktion werden die eingesetzten Chemikalien, der Energieverbrauch, die Wasser- und Luftemissionen sowie das Abfallkonzept beurteilt.
Außerdem ist dieses Umweltsiegel an folgende Auflage geknüpft: Als Rohstoffe dürfen nur Holzfasern mit Herkunftsnachweis eingesetzt werden, von denen mindestens 10 % Recyclingfasern oder nach FSC® oder PEFC zertifizierte Fasern sein müssen. Neben Umweltaspekten wird auch die Gebrauchstauglichkeit geprüft.

Nordic Swan
Das Umweltlabel Nordic Swan stammt aus Skandinavien und bewertet den gesamten Herstellungsprozess ausgezeichneter Papiere, angefangen bei der Rohstoffquelle bis hin zur Produktion. Nordic Swan setzt auf ökologisch nachhaltige Forstwirtschaft und die Schonung natürlicher Ressourcen. Während der Produktion zählen für dieses Siegel eine geringe Umweltbelastung sowie eine Reduktion der Abfälle. Konkret fördert Nordic Swan:
- Holz aus zertifizierten Forsten
- umweltschonende Produktionschemikalien
- einen geringen Energieverbrauch
- Abfalltrennung
- Qualitäts- und Umweltsicherheit
- die Reduktion der Freisetzung von Phosphor und Säure bildenden Substanzen
- die Reduktion der Freisetzung von Schwefel und Stickstoffoxid
Cradle-to-Cradle Certified®
Die Philosophie hinter dem Umweltsiegel Cradle-to-Cradle Certified® betrachtet Produkte bzw. ihre Rohstoffe als Teile eines ganzheitlichen Kreislaufs. Der deutsche Chemiker Michael Braungart und der US-amerikanische Architekt William McDonough entwickelten den Nachhaltigkeitsstandard dieses Labels nach dem Vorbild der Natur. Dort existiert praktisch kein Abfall: Laub beispielsweise dient dem Waldboden als Nährstoff. Übertragen auf die Wirtschafts- und Industriebranchen verfolgt Cradle-to-Cradle® also das Ziel, alle eingesetzten Rohstoffe entweder
- einem neuen Kreislauf zuzuführen,
- wiederzuverwenden oder
- zu einem neuen Produkt werden zu lassen.

Das Siegel muss alle zwei Jahre erneuert werden und wird in vier Graden vergeben – von Bronze bis Platin. Sie können Druckprodukte mit Cradle-to-Cradle®-Zertifizierung nach ihrer Nutzung im Altpapier entsorgen. Für den anschließenden Recyclingprozess ist wichtig, dass sich Farbe und Papierfasern gut voneinander trennen lassen, damit der Kreislauf geschlossen werden kann: Während die recycelten Papierfasern zu neuem Papier werden, müssen die Farben eines solchen Produkts biologisch abbaubar sein. Sie sind an diesem ganzheitlichen Umweltsiegel interessiert? Bei WIRmachenDRUCK erhalten Sie neben Cradle-to-Cradle® zertifizierten Visitenkarten aus Munken-Papier auch Briefpapier in dieser Premium-Naturvariante.
Fazit: das passende Umweltsiegel wählen
Umweltsiegel bieten Unternehmen wie Kundschaft wertvolle Orientierung bei der Wahl nachhaltiger Papiere. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich im Fokus: Während FSC® und PEFC vor allem eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft zertifizieren, bewerten Label wie der Blaue Engel, das EU-Ecolabel und Nordic Swan den Herstellungsprozess sowie Umweltaspekte breiter. Cradle-to-Cradle Certified® hingegen verfolgt einen ganzheitlichen Kreislaufansatz.
Ein einzelnes, allumfassendes Umweltsiegel gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, je nach Zielsetzung bewusst das passende Zertifikat zu wählen.