Ein Blick in die Druckproduktion im Jahr 2026

Drucksachen online zu bestellen, ist einfach, schnell und 24/7 von jedem Ort aus möglich. Daher haben viele Kundinnen und Kunden eine Druckerei seit Jahren nicht mehr von innen gesehen – oder noch nie. Zeit für einen Blick in die moderne Druckproduktion.

Druckproduktion 2026: zwei lächelnde Personen mit einer gedruckten Papierverpackung in Druckerei
Druckproduktion 2026: zwei lächelnde Personen mit einer gedruckten Papierverpackung in Druckerei
Inhalt:

Moderner Maschinenpark

Druckereien haben anno 2026 nicht mehr viel mit dem zu tun, was Sie sich vielleicht bisher unter Druckproduktion vorgestellt haben: fleißige Druckerinnen und Drucker, die unentwegt um die Maschine herumlaufen, hier einen Hebel ziehen, dort einen Knopf drücken, Farbe nachfüllen, Druckplatten wechseln und Papier durch den Drucksaal karren. Das mag hier und da noch der Fall sein, doch in den allermeisten Druckereien, und vor allem in Online-Druckereien, gehört es längst der Vergangenheit an.

Heute besteht der Maschinenpark einer Druckerei meist aus schnellen Hightech-Maschinen, deren Arbeitsabläufe automatisiert und damit praktisch unsichtbar sind. Die Druckerinnen und Drucker gehen nicht mehr um die Druckmaschinen herum – zumal eine Achtfarben-Maschine für 4/4-farbige Flyer schnell auf 16,5 m Länge und 4 m Breite kommt. Sie stehen vielmehr an ihrem Leitstand und überprüfen den Fortschritt des gesamten Arbeitsprozesses.

Druckproduktion 2026: eine Nahaufnahme einer Siebdruckmaschine beim Drucken eines bunten Druckmotivs

Die Druckproduktion startet bereits im Warenkorb

Wenn Sie Ihre Druckdaten an das Shopsystem übergeben, also weit vor dem eigentlichen Druck, startet der automatisierte und digitale Workflow. Die Auftragsdaten, die in der Regel im PDF-Format hochgeladen werden, werden geprüft und im Idealfall sofort für den Druck freigegeben.

Kommt der Offsetdruck zum Einsatz, wird der Job möglicherweise mit anderen Aufträgen auf einer Druckform zusammengestellt und einem Computer-to-Plate-System übergeben, das die Druckplatte belichtet. Wird der Auftrag digital gedruckt, entfällt das Bebildern der Druckplatten. Die Daten werden über das Netzwerk direkt zum sogenannten Digital Frontend (DFE) geschickt. Auch wenn es von außen wie ein einfacher Rechner aussehen mag, stecken in ihm ungleich mehr Power, Prozessorleistung und allerhand Software – schließlich bereitet das DFE die Daten für den Druck auf, übersetzt sie in druckbare Pixel und gibt sie letztlich an die Steuerung der Druckköpfe in den Druckmaschinen weiter.

„Heavy Metal“ mit viel Elektronik

Auch wenn er seinen Ursprung in einem mechanischen Verfahren hat, lässt sich inzwischen auch der Offsetdruck als digitale Technologie bezeichnen. Denn abgesehen vom Farbübertrag auf das Papier erfolgen alle Prozessschritte heute digital – im Prinzip wie beim Digitaldruck. Dieser benötigt hingegen keine Druckplatten als Träger der Information, die auf das Papier zu übertragen ist.

Druckproduktion 2026: Nahaufnahme industrieller Inkjetdrucker beim Drucken eines Motivs mit Gebäuden

Auf dem Weg zur industriellen Druckproduktion

Aktuelle Bogenoffsetmaschinen sind hoch automatisiert, benötigen also so gut wie keine manuellen Eingriffe mehr. Mit Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 18.000–22.000 Bogen pro Stunde erlauben die modernsten Modelle schnelle Auftragswechsel. Außerdem benötigen sie nur wenig Makulatur und regeln Farbauftrag sowie Druckqualität dank moderner Sensoren und Kameratechnik inline innerhalb der Maschine. Die Kombination aus diesen Funktionen und digitalen Workflows ermöglichte schließlich das autonome Drucken, das die Entwicklung hin zu einer industriellen Druckproduktion einleitete.

Automatisierung ist keine Option, sondern ein Muss

Ein Drucksaal ist heute gleichbedeutend mit Hightech: Die Druckmaschine startet quasi selbst, arbeitet den Job ab, wechselt über ein Platten-Logistik-System eigenständig die Druckplatten, lädt den nächsten Druckauftrag und startet erneut. So führt sie eine große Reihe an Aufträgen ohne menschliches Zutun aus. Druckerin oder Drucker folgen den Anweisungen der Maschine und müssen sie nicht einmal mehr anhalten, da sie selbst weiß, wann die Jobs erledigt sind.

Noch immer besteht eine Druckmaschine aus viel Metall. Sie funktioniert auch weiterhin nach demselben Grundprinzip wie früher – doch unter der Haube verstecken sich elektronische Bauteile, Sensoren und Software. Die gesamte Maschine bringt es schnell auf etwa 3.000 Sensoren, die täglich rund 20.000 Daten­sätze an den Druckmaschinenhersteller liefern. Dort werden diese enormen Datenströme weiterverarbeitet und mit künstlicher Intelligenz (KI) analysiert, um daraus neue Services oder Automatisierungen zu entwickeln.

Druckproduktion 2026: Nahaufnahme einer grünen Leiterplatte mit einem Schaltkreis

Drucken ist Hightech

Das autonome Drucken stellte die Weichen für die Druckproduktion der Zukunft. Denn im Grunde ist modernes Drucken nichts anderes mehr als das Empfangen von Daten, um diese danach automatisiert über eine Offset- oder Digitaldruckmaschine auszugeben. Doch die Automatisierung ist im Drucksaal nicht zu Ende, im Gegenteil – sie reicht weit darüber hinaus: Ebenso hochautomatisierte, digital ansteuerbare und hocheffiziente Weiterverarbeitungssysteme bringen die bedruckten Bogen oder Papierrollen in ihre vorgesehene Form, etwa als Flyer, Broschüre, Buch, Poster oder Briefpapier. Längst ist die Druckproduktion, die für viele mit Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern verbunden ist, im Zeitalter des Hightech angekommen.

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